THI überzeugt mit Konzept für Nachwuchsprofessuren

Hochschule erhält Millionenförderung für Aufbau eines neuartigen professoralen Karrieresystems für Nachwuchswissenschaftler

Aula der THI

Blick in die große Aula

Die Technische Hochschule Ingolstadt (THI) hat mit ihrem Konzept für Nachwuchsprofessuren im Wettbewerb „FH Personal“ überzeugt. Der Antrag über 7,9 Millionen Euro für den Zeitraum von 2021 bis 2026 wird nun vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.  

Bund und Länder stellen in den kommenden acht Jahren insgesamt ca. 430 Millionen Euro zur Verfügung, um Hochschulen für angewandte Wissenschaften bei der Gewinnung und Entwicklung ihres professoralen Personals zu unterstützen. Das Programm sieht dafür verschiedene Förderinstrumente vor wie Schwerpunktprofessuren, kooperative Promotionen, Tandemprogramme oder Kooperationsplattformen.

Die THI erweitert mit dem Konzept für Nachwuchsprofessuren ihr bestehendes professorales Karrieresystem. Neben den klassischen Regel-Professuren sowie den seit 2013 an der THI etablierten Forschungs-Professuren kann die Hochschule als bundesweit eine der ersten Hochschulen nun einen neuen Karrierepfad für Nachwuchswissenschaftler aufbauen.

THI-Präsident Prof. Dr. Walter Schober zeigt sich erfreut über die Förderung: „Mit der Nachwuchsprofessur schaffen wir einen neuen Karrierepfad, der bisher nur an Universitäten möglich war. Wir stärken damit die Arbeitgebermarke THI und schaffen für herausragende junge Wissenschaftler eine attraktive berufliche Perspektive.“

Das Programm für Nachwuchsprofessuren richtet sich sowohl an hochqualifizierte Post-Docs, denen für eine Professur an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften die nötige Berufserfahrung fehlt, als auch an hochqualifizierte Berufspraktiker, denen dafür die erforderliche Promotion fehlt. Beide Entwicklungspfade münden bei erfolgreicher Absolvierung der fünfjährigen Qualifizierungsphase in einer Regel-Professur. Die Pfade werden mit Partneruniversitäten und Partnerunternehmen umgesetzt. Zu letzteren gehören die AUDI AG, Airbus Defense & Space GmbH, die Fraunhofer Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. und die EPOS CAT GmbH, ein IT-Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen. Alle Projektpartner zeigten sich über Förderzusage hoch erfreut.

Dr. Sabine Maaßen, Vorständin für Personal und Organisation der AUDI AG: „Wir gratulieren der THI zur Zusage der Fördergelder. Wirtschaft und Hochschule beweisen mit dieser Initiative wieder einen engen Schulterschluss. Durch die Verzahnung von Forschung und Lehre mit Berufspraxis sichern wir den dringend benötigten beidseitigen Know-how-Transfer: Gemeinsam fördern wir damit Innovation und sichern den Nachwuchs in zukunftsweisenden Berufsfeldern. Und nebenbei profitiert die Attraktivität des Standorts Ingolstadt ebenso von diesem tollen Programm.“

Birgit Graumann, Personalleiterin des Airbus-Standortes Manching: „Die Beteiligung am Projekt der TH Ingolstadt, neue Professorinnen und Professoren zu gewinnen, ist auch Zukunftssicherung unseres Industriezweiges. Airbus unterstützt die berufliche Qualifizierung von Postdocs, um eine anwendungsorientierte Lehre zu ermöglichen. Die Herausforderung in den kommenden Jahren ist es, die Rolle als leistungsstarker Luftfahrtstandort für die Zukunft gemeinsam mit den Stakeholdern der Region zu gestalten und zu sichern. Eine wichtige Grundvoraussetzung dafür liegt in enger Kooperation mit Hochschulen und Universitäten. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten im Flugzeugbau hat ein abgeschlossenes Hochschulstudium.“

Prof. Dr. Raoul Klingner, Direktor Forschungsmanagement und -governance der Fraunhofer-Gesellschaft: „Fachhochschulen leisten durch ihre regionale Verankerung und ihre Nähe zur Praxis einen wichtigen Beitrag für den effektiven und zielorientierten Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in Gesellschaft und Wirtschaft. Zur Unterstützung der Fachhochschulen bei dieser für den Wirtschaftsstandort Deutschland wichtigen Aufgabe sowie zur Stärkung der Innovationskraft der einzelnen Regionen bietet die Fraunhofer-Gesellschaft besondere Rahmenbedingungen für die strategische Kooperation zwischen Fraunhofer-Instituten und Fachhochschulen vor Ort. So ermöglicht zum Beispiel das Fraunhofer-Anwendungszentrum ,Vernetzte Mobilität und Infrastruktur‘ am Standort Ingolstadt seit 2019 eine institutionalisierte Zusammenarbeit zwischen der THI und dem Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI. Durch die Förderung des ,Professional Tenure Track Programms‘ an der THI ergeben sich nun weitere aussichtsreiche Möglichkeiten in der personellen Vernetzung und der gemeinsamen Entwicklung und Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses.“

Andreas München, Geschäftsleiter EPOS Cat: „Die EPOS CAT GmbH freut sich über den positiven Förderbescheid der TH Ingolstadt für das ,FH Personal‘-Programm zur Gewinnung von Nachwuchsprofessoren. Die Entscheidung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz ist als Investition in die Region Ingolstadt und die Verknüpfung von Theorie und Praxis zu verstehen. Durch ihre Erfahrung und Kompetenz im Hochtechnologie-Umfeld ist EPOS überzeugt, zusammen mit der THI die Investition sowohl wirtschaftlich als auch wissenschaftlich gewinnbringend einsetzen zu können. Die zukünftigen Nachwuchsprofessoren erhalten bei EPOS Einblicke in praktische Anwendungen, um sie ideal auf Ihre Arbeit im akademischen Umfeld vorzubereiten.“

An der THI sollen die ersten fünf Nachwuchsprofessuren Ende 2021 berufen werden. Ein Jahr später starten fünf weitere Wissenschaftler. Danach folgen jährlich zwei weitere Professuren. Nach erfolgreicher Pilotierung des Programms plant die THI langfristig ca. 15 bis 20 Prozent ihrer Stellen über das Nachwuchsprofessuren-Programm zu besetzen.

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