Aktuelle Projekte

SAVeNoW

SAVeNoW erforscht einen Digitalen Zwilling des urbanen Verkehrs am Beispiel von Ingolstadt, in dem relevante statische Elemente (wie z. B. Straßen, Gebäude, Verkehrs-Infrastruktur, Verkehrsregeln) und dynamische Entitäten (z. B. Verkehrsteilnehmer) sowie Rahmenbedingungen (Tageszeit, Wetter) abgebildet werden. Mithilfe dieses Digitalen Zwillings werden Fragestellungen zur Verkehrseffizienz, -sicherheit, -ökologie und gesellschaftlicher Akzeptanz analysiert und durch Lösungsszenarien mit zugehörigen Maßnahmen beantwortet. Das „Gesamtwerkzeug“ funktioniert in zwei ineinandergreifenden Regelkreisen aus digitalem Testfeld (Reale Stadt) und seiner virtuellen Abbildung als Stadtmodell, welche die o. g. Domänen in Form von „was-wäre-wenn“-Szenarien mit entsprechenden Maßnahmen simuliert und die Maßnahmenwirksamkeit bewertet und optimiert. Basis ist eine IT-technisch umgesetzte Gesamtarchitektur aus Datenerfassung, Prozessierung, Modellbildung, Simulation, Auswertung, Anwendung und Optimierung. Das Gesamtmodell, welches die Regelkreise in Funktion hält und weiterentwickelt, soll gesellschaftlich akzeptiert, betreibbar und wirtschaftlich sein.

V4Savety - Validierung für Sicherheit

Um in den kommenden Jahrzehnten Strategien für die Straßenverkehrssicherheit zu entwickeln und die "Vision Zero" voranzutreiben, wird eine anerkannte und zuverlässige Methode für den Nutzen von Sicherheitsmaßnahmen benötigt. Das Projekt V4Safety wird einen vorausschauenden Rahmen für diese Sicherheitsbewertung entwickeln. Ziel ist, eine Vielzahl von Sicherheitsmaßnahmen berücksichtigen zu können, um sowohl den Beitrag und die Wirkung von Sicherheitstechnologien im Fahrzeug, als auch Infrastrukturlösungen oder neue Verhaltensvorschriften a priori und vergleichend bewerten zu können.

Der avisierte Rahmen umfasst Methoden zur Projektion der Ergebnisse auf künftige Verkehrsszenarien und über EU-Regionen hinweg zur Verwendung durch politische Entscheidungsträger, Behörden und Verbraucherorganisationen.

V4Safety bemüht sich auch um die Vergleichbarkeit der Ergebnisse von Sicherheitsstudien, indem es nicht nur den Rahmen, sondern auch Leitlinien für dessen Anwendung bereitstellt. Die Leitlinien zeigen, wie relevante Mensch-, Fahrzeug- und Umweltmodelle auszuwählen, zu konfigurieren und zu verknüpfen sind und wie eine Projektion auf verschiedene Regionen in der EU durchzuführen ist. Darüber hinaus werden auch Projektionen für künftige Szenarien ermöglicht, welche Veränderungen im Mobilitätssystem einbeziehen.

Abgeschlossene Projekte

SAVe - Optimierung von Funktionen des automatisierten Fahrens (OF)

Im Forschungsprojekt SAVe, Teilprojekt "Optimierung von Funktionen den automatisierten Fahrens (OF)" haben die antragstellenden THI Professoren Huber (Testmethoden/Wirksamkeitsanalyse), Botsch (Autonomes Fahren/KI-Methoden) und Facchi (Car2X-Systeme) den ersten Stein zur Erstellung einer prospektiven Wirkungsanalyse für den urbanen Verkehrsraum gesetzt. Das besonders unfallträchtige Szenario Linksabbiegen ohne Vorfahrt wurde für manuellen Verkehr (Referenz) unter Berücksichtigung stochastischer Variationen im Verhalten aller Verkehrsteilnehmer (inkl. Fußgänger, Radfahrer, E-Scooter) modelliert und in der eigens entwickelten Monte-Carlo Simulationsumgebung „THIREKS“ implementiert. Als Behandlungsmaßnahme wurde ein automatisiertes Fahrzeug modelliert und integriert. Die konservative Umfelderfassung rein mit Fahrzeug-interner Sensorik stellt allerdings im innerstädtischen Verkehr durch potentielle Sichtverdeckungen ein Risiko für die Fahrfunktion dar. Daher wurde die Simulation der Umfelderfassung um ein Überkopfsensormodell erweitert, um den Performancegewinn von Infrastrukturmaßnahmen (Car2X) abzuschätzen. In diesem Sinne stellt der Überkopfsensor auch eine Maßnahme dar, deren Wirksamkeit es zu bewerten gilt. Erkenntnisse wurden bereits auf internationalen Fachkonferenzen präsentiert und veröffentlicht.

Veröffentlichungen

2022
  • P. Brunner, F. Denk, R. Kates, W. Huber, K. Bogenberger, T. von dem Bussche "An E-Scooter Safety Experiment -Design, Methodolgy and Results", Transportation Research Board, Washington, USA, 2022
2020
  • P. Brunner, A. Löcken, F. Denk, R. Kates, W. Huber "Analysis of experimental data on dynamics and behavior of e-scooter riders and applications to the impact of automated driving functions on urban road safety", Intelligent Vehicles Conference, Las Vegas, USA, 2020
  • F. Denk, W. Huber, P. Brunner, R. Kates "The role of perceptual failure and degrading processes in urban traffic accidents: a stochastic computational model for virtual experiments", International Conference on Intelligent Transportation Systems (ITSC), Rhodes, Greece, 2020
2019
  • P. Brunner, F. Denk, W. Huber, R. Kates "Virtual safety performance assessment for automated driving in complex urban traffic scenarios", International Conference on Intelligent Transportation Systems (ITSC), Auckland, New Zealand, 2019