Impulsprojekt 5: „AVENUE“ - Automatisierte und vernetzte Elektrofahrzeuge vor, während und nach einem Unfall

Das Forschungsprojekt AVENUE wurde nach vier Jahren erfolgreich abgeschlossen. Es verbindet Unfallanalyse mit der Hauptuntersuchung (HU) der Zukunft und verfolgt das Ziel, automatisierte Fahrzeugtechnologien besser zu verstehen, sicherer zu machen und neue Prüfmethoden zu entwickeln. 

Unfallanalyse: Neue Ansätze 

Viele Unfälle mit Assistenzsystemen sind bislang schwer rekonstruierbar – besonders bei Kollisionen mit ungeschützten Verkehrsteilnehmern. AVENUE lieferte hierzu neue Erkenntnisse durch umfangreiche Expertenbefragungen, Messfahrten, Systemtests (z. B. Tesla Autopilot, VW Travel Assist) und Analysen zur C2X-Kommunikation.
Ergebnisse zeigen u. a.:

  • Assistenzsysteme können in Kurven oder bei Bremsungen fehlerhaft reagieren
  • Fahrer reagieren unterschiedlich auf Warnungen
  • C2X-Daten bieten großes Potenzial als digitale Unfallspur

Eine neu entwickelte Methode ermöglicht erstmals eine präzise Rekonstruktion von Unfällen auf Basis von Fahrzeugkommunikationsdaten.

Mixed Reality für Gerichte und Unfallanalytik

Unfälle werden mittels 3D-Scan, Simulation und Virtual Reality visualisiert. Gerichte können so Unfallabläufe realitätsnah aus verschiedenen Perspektiven nachvollziehen – ein wichtiger Schritt für transparente Bewertungen.

HU der Zukunft: Wie prüft man ein automatisiertes Fahrzeug?

AVENUE entwickelte neue Prüfansätze für automatisierte Fahrzeuge, darunter:

  • Testverfahren für Kamerasysteme
  • Vergleich von Fahrzeugwahrnehmung und realer Umgebung
  • Grundlagen für Datenbanken automatisierter Fahrfunktionen

Ein speziell ausgestatteter Tesla Model 3 diente als Forschungsfahrzeug.

Ergebnis: AVENUE hat gezeigt: Automatisierte Fahrzeuge erfordern neue Messmethoden, neue Datenquellen und neue Formen der Visualisierung. Das Projekt liefert all das – und schafft damit die Basis für sicherere Mobilität, bessere Unfallaufklärung und eine moderne Hauptuntersuchung, die den technischen Wandel begleitet. Ergebnisse fließen in ein neues Forschungszentrum für Fahrzeugforensik (Gebäude Q, Ingolstadt Süd) sowie in den Masterstudiengang Unfallanalyse ein und werden in Folgeprojekten weitergeführt.

Ansprechpartner

Forschungsprofessor Batteriesysteme, Leiter CARISSMA C-ECOS, Leiter Forschungsgruppe Sichere Elektromobilität
Prof. Dr. rer. nat. Hans-Georg Schweiger
Tel.: +49 841 9348-4500
Raum: H026
E-Mail:

Projektlaufzeit

01. April 2021 - 30. November 2025

Förderkennzeichen

13FH7I05IA

Fördermittelgeber und Programm