Prof. Dr.-Ing. Uwe Holzhammer
Leiter ForTraNN Forschungs- und Transferzentrum Nachhaltigkeit
Ein akteurszentrierter Ansatz zur räumlichen Optimierung und Modellierung regionaler Transformationen des Energiesystems
Für eine erfolgreiche und nachhaltige Energiewende sind Konzepte erforderlich, die die techno-ökonomische und sozial-ökologische Komplexität regionaler Standortentscheidungen für erneuerbare Energien abbilden können. Bisher fehlen jedoch fundierte methodische Ansätze, um die Positionen und Interessen der verschiedenen Akteure präzise zu analysieren und in Bezug auf die akteursbezogene Flächeninanspruchnahme für erneuerbare Energieanlagen – beispielsweise Windkraft- oder Photovoltaikanlagen – zu visualisieren.
Das Forschungsprojekt SmartArea untersucht die Wechselwirkungen zwischen konkurrierenden Flächennutzungsansprüchen, die auf spezifischen Akteurskonstellationen basieren. Die zentrale Hypothese lautet, dass die konstruktive Ermittlung geeigneter Flächen für den Ausbau erneuerbarer Energien nicht nur technische und wirtschaftliche Parameter berücksichtigen muss, sondern insbesondere auch die Kommunikationsprozesse zwischen den beteiligten Akteuren der Energiewende.
Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die Perspektiven verschiedener Stakeholder auf den Ausbau erneuerbarer Energien zu erfassen und diese mit Geographischen Informationssystemen (GIS) so aufzubereiten, dass sie für alle Akteure verständlich sind. Dies ermöglicht einen konstruktiven Austausch über die Wertigkeit bestimmter Flächen für Wind- oder Solaranlagen und hilft,
Ein weiteres Ziel von SmartArea ist die Identifikation ungenutzter Flächenpotenziale für erneuerbare Energien, um der zunehmenden Flächenverknappung entgegenzuwirken. Durch die gezielte Berücksichtigung akteursspezifischer Interessen sollen nachhaltige Lösungen für den EE-Ausbau mit hoher gesellschaftlicher Akzeptanz entwickelt werden.
SmartArea ist ein gemeinsames Forschungsprojekt der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) und der Universität Augsburg. Dabei übernimmt die THI insbesondere die techno-ökonomische Energiesystemanalyse, um die Wertigkeit verschiedener Standorte für erneuerbare Energien unter Berücksichtigung akteurspezifischer Interessen und Schwerpunkte zu ermitteln.
Durch diesen inter- und transdisziplinären Ansatz leistet SmartArea einen bedeutenden Beitrag zur nachhaltigen und sozialverträglichen Transformation des Energiesystems.