Auf die erfolgreiche Premiere der UAM-Ideenbörse folgt nun der nächste konkrete Schritt: THI und SDT starten eine dreijährige Forschungs- und Entwicklungskooperation zur wissenschaftlichen Weiterentwicklung einer neuen Generation optischer Luftraumerfassungssysteme für den unteren Luftraum. Technologische Grundlage des Projekts ist die von SDT Industrial Technology entwickelte und patentierte Technologieplattform Sphere-500. Inspiriert vom Facettenauge der Libelle verfolgt das System einen neuartigen bionischen Ansatz zur permanenten optischen 360°-Erfassung des Luftraums. Anstelle klassischer Radar- oder LiDAR-Systeme verarbeitet Sphere-500 die Informationen zahlreicher hochauflösender Sensoren mithilfe speziell entwickelter Algorithmen zu einem konsistenten digitalen Lagebild. Ziel ist es, Flugobjekte nicht nur zuverlässig zu erkennen, sondern eindeutig zu klassifizieren, kontinuierlich zu verfolgen und auch komplexe Szenarien – beispielsweise mit mehreren gleichzeitig operierenden Drohnen – robust auszuwerten. Der Bedarf an leistungsfähigen Technologien wächst kontinuierlich. Kleine Drohnen, autonome Flugsysteme und künftig auch Drohnenschwärme verändern den unteren Luftraum grundlegend. Damit entsteht die Notwendigkeit neuer technologischer Ansätze, die eine flächige und kontinuierliche Erfassung dieses Luftraums ermöglichen. Die wissenschaftliche Leitung des Projekts auf Seiten der THI übernimmt Professor Christian Seidel. Die technologische Entwicklung auf Unternehmensseite verantwortet Dr. Boris Linschitz, Generaldirektor der SDT Industrial Technology und Mitglied des Erfinderteams von Sphere-500. Die wissenschaftliche Bearbeitung wird durch den Doktoranden Edwin Deisling unterstützt. Im Rahmen der Kooperation untersucht die THI die physikalischen, algorithmischen und systemtechnischen Grundlagen der Technologie unter realitätsnahen Bedingungen und entwickelt ausgewählte Verfahren wissenschaftlich weiter. SDT bringt die technologische Systemarchitektur, den bionisch inspirierten Lösungsansatz sowie das zugrunde liegende Patent- und Schutzrechtsportfolio in das Projekt ein. Die Forschung ist bewusst dual ausgerichtet und adressiert sowohl zivile Anwendungen als auch Anforderungen aus dem Bereich Safety und Security. Langfristiges Ziel ist die Entwicklung einer neuen Generation intelligenter optischer Luftraumerfassungssysteme, die sich in bestehende Sicherheits-, Leit- und Verkehrsmanagementsysteme integrieren lassen. „Wir untersuchen, wie sich bionische Wahrnehmungsprinzipien in leistungsfähige technische Systeme übertragen lassen und welche Möglichkeiten sich daraus für die zukünftige Erfassung des unteren Luftraums ergeben“, sagt Professor Christian Seidel. Dr. Boris Linschitz ergänzt: „Industrieller Vorsprung entsteht dort, wo Forschung und Ingenieurwesen gemeinsam in reale technologische Systeme überführt werden. Die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie schafft die Grundlage dafür, aus innovativen Ideen marktfähige Lösungen mit internationaler Wettbewerbsfähigkeit zu entwickeln.“ In den kommenden drei Jahren werden Sensorik, Algorithmen und Systemarchitektur unter praxisnahen Bedingungen weiterentwickelt und validiert. Ziel der Kooperation ist es, die wissenschaftlichen Grundlagen für eine neue Generation optischer Luftraumerfassung zu schaffen und diese in industrielle Anwendungen zu überführen. |













