Jürgen Schwarzer
Labormeister
Das Labor für Gebäudeenergietechnik befasst sich mit den Bereichen Klimatechnik, Heizungstechnik, Nahwärmesysteme, Bauphysik und Speichertechnik. In den Praktika des Bachelor- Studiengangs „Energietechnik und Erneuerbare Energien“ sowie dem Master „Renewable Energy Systems“ werden unter anderem Versuche zum hydraulischen Abgleich von Heizungskreisläufen oder Grundlagen zur Erstellung von Energiebilanzen durchgeführt.
Mit Blick auf angestrebte Forschungsschwerpunkte wurde ein wärmetechnischer Prüfstand für Wärmepumpen, Wärmeübergabestationen und Wärmespeicher gebaut, der auch bereits in einigen Forschungsprojekten zum Einsatz kommt. Wärmepumpen stellen eine interessante Möglichkeit zur intelligenten Verknüpfung der Strom- und Wärmeversorgung in Wohngebäuden dar. Über einen netzgeführten Wärmepumpenbetrieb kann die Brücke zu netzreaktiven Gebäuden geschlagen werden, welche zur Stromnetzstabilisierung zukünftig an Bedeutung gewinnen werden.
Das innovative Verfahren zur Kühlung von Raumluft durch Trocknung und Verdunstung (eng. „Desiccative and Evaporative Cooling“, DEC) ist über eine Labor-DEC-Anlage in den Fokus der Labortätigkeiten gerückt. Mit Hilfe dieses Versuchsaufbaus können bei exakt definierten Zuluft- und Außenluftzuständen wichtige Prozessparameter wie z. B. Temperatur, Feuchte, Kühlleistung und Energieeffizienz im Rahmen von Kurzzeittests praxisnah ermittelt werden. Darüber hinaus ist das Effizienzsteigerungspotential einzelner Komponenten zu untersuchen. Die Ausstattung der Labor-DEC-Anlage ist für ein breites Anwendungsfeld konzipiert, wodurch sowohl Themen in der Lehre (in Form von Praktika und Projektarbeiten) als auch in der Forschung vorangetrieben werden.
Das thermische Modellgebäude bietet durch seine Anschaulichkeit eine praktische Grundlage zum Verständnis einfacher thermischer Vorgänge in Räumen. Anhand eines Gebäudemodells wird die Wirkungsweise von Heizung, Kühlung und Wärmedämmung im Praktikum durch die Studierenden untersucht. Die Einflüsse von Lüftung über Ventilatoren und Fenster, Wechselwirkungen zwischen zwei benachbarten Räumen sowie den Einfluss von Sonnenstrahlung durch Glasflächen auf das Raumklima können aufgezeigt werden. Die selbstständige Aufstellung und Bewertung von Energiebilanzen wird vertieft.
Mit dem Heizungsschulungsstand können verschiedene Versuchs- und Lehrinhalte veranschaulicht werden, wie z. B.:
Der wärmetechnische Prüfstand dient der experimentellen Untersuchung vielfältiger nachhaltiger Wärmesysteme. Dabei können z.B. Wärmeerzeuger wie Wärmepumpen, aber auch Wärmenetz-Transferstationen und Warmwasserspeicher getestet werden. In Verbindung mit einer angrenzenden Klimakammer können auch Luft-Systeme (z.B. Luft-Wärmepumpen) im Heiz- und Kühlbetrieb untersucht werden. In der Lehre bietet der Prüfstand aufgrund seiner Anschaulichkeit und dem modularen Aufbau eine praktische Grundlage zum Verständnis thermodynamischer Vorgänge und hydraulischer Anforderungen in der Praxis. Auch in der Forschung kann er vielseitig eingesetzt werden, z.B. zum Testen komplexer neuartiger Wärmepumpensysteme und Regelungsstrategien. Der Fokus liegt stets auf flexibler und individueller Gestaltung und Auswertung komplexer und innovativer Ideen.
(Überlagerung von Wärme- und Real- Bild möglich)