Im Zentrum steht ein neuartiger Gesamtfahrzeugprüfstand, mit dem die THI wasserstoffbasierte Antriebssysteme erstmals im Zusammenspiel aller relevanten Komponenten analysieren kann. Ziel ist es, belastbare Aussagen zur Effizienz, Robustheit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der Technologie im realen Betrieb zu treffen.
„Wir müssen verstehen, wie sich wasserstoffbasierte Antriebe im Gesamtsystem Fahrzeug verhalten – und das unter realitätsnahen Einsatzbedingungen“, sagt Professor Sergej Diel. Gemeinsam mit Professor Hans-Georg Schweiger verantwortet er das Projekt auf Seiten der THI. „Erst dann können wir fundiert beurteilen, ob diese Technologie im Alltag wirklich funktioniert und wirtschaftlich sinnvoll eingesetzt werden kann.“
Um diese Fragestellungen zu adressieren, bildet der Prüfstand die gesamte Systemebene des Fahrzeugs ab – von einzelnen Komponenten bis zum Verhalten im Fahrbetrieb. Möglich wird dies durch die Kombination eines Gesamtfahrzeugprüfstands mit Simulatoren für Brennstoffzellen-, Batterie- und Antriebssysteme sowie Nebenaggregate, ergänzt durch moderne Mess- und Sensortechnik. Zusätzlich werden Sensorsimulatoren für die Umfeldsensorik automatisierter Nutzfahrzeuge integriert, sodass auch hochautomatisierte Fahrfunktionen unter reproduzierbaren Bedingungen betrieben und bewertet werden können. Der technische Aufbau und die Umsetzung der Infrastruktur werden dabei maßgeblich vom technischen Leiter Robin Langer begleitet.
Damit erweitert die THI ihre Mobilitätsforschung gezielt um wasserstoffbasierte Antriebstechnologien und überführt bestehende Kompetenzen – insbesondere in den Bereichen Fahrzeugsicherheit, Systemintegration und Validierung – in eine anwendungsnahe Testumgebung. Der Fokus liegt darauf, komplexe Antriebssysteme im Gesamtfahrzeug unter realitätsnahen Bedingungen zu verstehen, zu bewerten und weiterzuentwickeln.
Eingebettet ist das Vorhaben in ein starkes Partnernetzwerk: Gemeinsam mit HyTACC, HyTACC CRYO, der OTH Regensburg, der Hochschule Landshut, der Kommunalgesellschaft H2LA sowie dem Freistaat Bayern entsteht in Pfeffenhausen eine Forschungsinfrastruktur entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von einzelnen Komponenten bis hin zum Gesamtsystem Fahrzeug.
Mit der Übergabe der Förderbescheide diesen Februar ist der Startschuss für das Projekt gefallen. Insgesamt stehen 54 Millionen Euro für den Aufbau zur Verfügung, ein wesentlicher Anteil davon fließt in die wissenschaftliche Infrastruktur der beteiligten Hochschulen. Die Inbetriebnahme des Zentrums ist für Ende 2027 geplant. Ein bereits vorhandener Elektrolyseur vor Ort liefert grünen Wasserstoff und schafft die Grundlage für eine nachhaltige Test- und Versorgungsinfrastruktur.
Das Projekt „Aufbau und Inbetriebnahme eines Gesamtfahrzeugprüfstands für Nutzfahrzeuge mit Klimakammer“ wird im Rahmen der „Richtlinie zur Förderung der Vorhaben im Zuge des Aufbaus eines dezentralen Innovations- und Technologiezentrums Wasserstoff“ durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) gefördert. Fördermittel dieser Maßnahme werden auch im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP) über die europäischen Aufbau- und Resilienzfazilitäten (ARF) im Programm NextGenerationEU bereitgestellt. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.














