Ein kleiner Steppke steht am Rand einer staubigen Andenstraße. Die Sonne brennt, der Boden vibriert, als ein Rallyewagen vorbeischießt – am Steuer sein Vater. Der Junge blinzelt dem Staub hinterher, fasziniert vom Tempo, vom Klang und von der Kraft der Maschine. Damals, erzählt Mathias Andrade, habe seine Begeisterung für Mobilität begonnen.
Geboren in Quito, Ecuador, besuchte Andrade das deutschsprachige Colegio Alemán de Quito und legte dort das Deutsche Internationale Abitur ab. Früh interessierte er sich für Wirtschaft und Technik – eine Kombination, die ihn 2020 nach Ingolstadt führte, mitten in eine Region, die wie kaum eine andere in Deutschland für die Automobilindustrie steht.
An der THI begann er den Bachelorstudiengang „Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Digital Business und Automotive Management“, später folgte der Master in „Entrepreneurship and Digital Business“. „Hier kann ich Theorie und Praxis verbinden“, sagt er. „Die Professorinnen und Professoren bringen viel Erfahrung aus der Industrie mit – und man kann das Gelernte direkt anwenden.“
Diese Verbindung lebte er auch außerhalb des Hörsaals: Als Mitglied des Schanzer Racing Electric e.V. war er im Cost Report tätig. „Das war eine intensive, lehrreiche Zeit“, erzählt er. „Man lernt, Verantwortung zu übernehmen und technische Ideen in reale Lösungen zu verwandeln.“
Praxiserfahrung sammelte Andrade bei Amarante Consulting in Lateinamerika, bei der BMW Bank in München, bei Cognizant Mobility sowie bei APP Auto Pflege Partner GmbH, einem Unternehmen mit über zehn Millionen Euro Jahresumsatz. Dort begann er als Werkstudent und ist heute Chief Technology Officer (CTO) – verantwortlich für IT, Innovation und Prozessentwicklung.
„Technologie ist für mich kein Selbstzweck“, sagt er. „Sie hilft, Ziele effizienter und nachhaltiger zu erreichen – aber sie muss immer den Menschen im Blick behalten.“ Auch unternehmerisch denkt Andrade weiter: Mit Kommilitonen entwickelte er im Masterstudium „Brightgate.eu“, ein digitales Matching-Tool, das mittelständische Unternehmer mit passenden Nachfolgern verbindet.
Was ihn antreibt? „Ich möchte Brücken schlagen – zwischen Technik und Management, zwischen Forschung und Praxis. Innovation entsteht dort, wo man über Grenzen hinausdenkt.“ Und wo sieht er sich in zehn Jahren? Andrade lächelt. „Wahrscheinlich irgendwo zwischen Unternehmertum und Technologie – auf jeden Fall in Bewegung.“














