Ingolstädter Expertise im Europäischen Parlament: Studie prägt Debatte um autonomes Fahren

Die Technische Hochschule Ingolstadt (THI) bringt ihre Forschung zur Zukunft automatisierter Fahrzeuge direkt in die europäische Politik ein: Die Professoren Michael Botsch und Werner Huber haben im Auftrag des Europäisches Parlament eine Studie zur Einführung automatisierter Fahrzeuge in der EU erarbeitet.

Mobilität von morgen im Fokus: Professor Michael Botsch (l.) und Professor Werner Huber (2.v.l.) im Europäischen Parlament (Foto: © European Union 2026/Alexis Haulot).

Die Ergebnisse wurden im April im Rahmen des STOA-Workshops „Automated Vehicles in the EU – Deployment and Impacts“ im Europäischen Parlament in Brüssel vorgestellt. Die Veranstaltung brachte Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Industrie zusammen, um zentrale Fragen der Mobilität von morgen zu diskutieren – von regulatorischen Rahmenbedingungen bis hin zu technologischen Entwicklungen.

Im Zentrum der Studie stehen die maßgeblichen Treiber des automatisierten Fahrens: Künstliche Intelligenz (KI), softwaredefinierte Fahrzeuge und vernetzte Infrastrukturen. Auf dieser Basis entwickeln die Autoren drei Szenarien zu Europas Rolle im globalen Wettbewerb. Ein zentrales Ergebnis wird von Huber hervorgehoben: „Die EU verfügt über starke regulatorische Rahmenbedingungen und hohe Sicherheitsstandards, bleibt jedoch bei Schlüsseltechnologien – etwa in den Bereichen KI-Hardware oder Dateninfrastruktur – weiterhin abhängig von externen Akteuren.“

Die Studie zeigt, dass das automatisierte Fahren weit über technologische Fragen hinausgeht. Es hat das Potenzial, nicht nur Verkehrssysteme, sondern auch industrielle Wertschöpfung, Forschungsprioritäten und gesellschaftliche Strukturen grundlegend zu verändern. Die Wettbewerbsfähigkeit Europas hängt dabei unmittelbar vom Aufbau eigener technologischer Kompetenzen ab.

Gleichzeitig zeigen die Analysen konkrete Handlungsfelder auf: Neben gezielten Investitionen in Forschung und Entwicklung braucht es eine stärkere Priorisierung kritischer Technologien sowie einen konsistenten europäischen Rechtsrahmen, der Innovation ermöglicht, ohne zu fragmentieren. Nur so lassen sich skalierbare Lösungen im europäischen Binnenmarkt etablieren.

Für die THI ist die Beteiligung an der Studie ein sichtbares Beispiel für ihre Rolle in der europäischen Politikberatung. Ihre Forschung verbindet technologische Expertise mit einem klaren Blick auf regulatorische und gesellschaftliche Fragestellungen. „Automatisierte Fahrzeuge werden unsere Mobilität nachhaltig verändern. Entscheidend ist, dass Europa diesen Wandel aktiv gestaltet – technologisch wie politisch“, sagt Botsch.

Neben technologischen und regulatorischen Aspekten beleuchtet die Studie auch gesellschaftliche Perspektiven: Automatisierte Systeme könnten die Verkehrssicherheit erhöhen, neue Mobilitätsangebote ermöglichen und bestehende Engpässe – etwa im Bereich Fahrpersonal – abmildern. Gleichzeitig eröffnen sie insbesondere für bislang weniger mobile Bevölkerungsgruppen neue Teilhabechancen.

Mit ihrer Expertise in den Bereichen Fahrzeugsicherheit, Signalverarbeitung und automatisiertes Fahren bringt die THI wissenschaftliche Perspektiven in eine Debatte ein, die zunehmend an politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Relevanz gewinnt.

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