5. Generation der kalten Nahwärme in Meitingen – von Plan B bis Plan F

Die teilnehmenden Fachleute aus Wirtschaft und Wissenschaft nutzen die Pausen zwischen den Vorträgen intensiv, um zu netzwerken und sich über das vorgestellte Projekt sowie zukünftige, gemeinsame Projekte auszutauschen.

Über 30 Fach- und Führungskräfte lauschten aufmerksam zusammen mit Studierenden der THI den drei Fachvorträgen.

Man braucht immer einen Plan B – in Meitingen sind wir bei Plan F“ – so überschrieb Bürgermeister Dr. Michael Higl die Herausforderungen bei der Umsetzung eines solchen Wärmenetzes. Überraschend habe die SGL Carbon die Abwärme auf Grund interner Änderungen im Betriebsablauf signifikant reduziert. Doch durch die guten Zusammenarbeit aller Beteiligten habe man auch diese Herausforderungen bei der Umsetzung des Wärmenetzes meistern können.

Direkt im Anschluss an die fachöffentliche Exkursion trafen sich auch die Unternehmenspartner des Projekts W³, um zukünftige, gemeinsame Forschungsprojekte sowie die geplanten Fachforen zu besprechen.


Ingolstadt/Meitingen, 13. November 2025 – Wie industrielle Abwärme effizient in die Wärmeversorgung von Neubaugebieten integriert werden kann, zeigte die Fachexkursion des Instituts für neue Energie-Systeme der Technischen Hochschule Ingolstadt.

Das rund 1.100 Meter lange Wärmenetz nutzt Abwärme der SGL Carbon GmbH in Meitingen. Etwa 300 Wohneinheiten des angeschlossenen Neubaugebiets werden über dezentrale Wärmepumpen und intelligentes Energiemanagement versorgt. Durch die Integration einer Photovoltaikanlage mit 99 kWp Leistung kann etwa ein Drittel des Strombedarfs regenerativ gedeckt werden – ein zukunftsweisendes Beispiel für die effiziente Sektorenkopplung.

Nach einer Besichtigung der Heizzentrale und eines Wärmekunden (Mehrfamilienhaus) in Meitingen erwartete die Teilnehmenden ein Fachprogramm im Bürgersaal Meitingen.
Zur Einführung präsentierte Prof. Tobias Schrag, Leiter des Instituts für neue Energie-Systeme an der Technischen Hochschule Ingolstadt (InES-THI), das Forschungs- und Transferprojekt W³ und ordnete das Wärmenetz in den Kontext der angewandten Forschung zu klimaneutralen Energiesystemen ein. „Ob kalte oder warme Wärmenetze die geeignetere Technologie ist, hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab. Interessant ist aber vor allem, dass es sinnvoll sein kann, wie hier in Meitingen, eine Mischform anzuwenden. Diese „gleitenden“ Netze halte ich für eine spannende Technologie von der wir noch mehr sehen werden“ – so Prof. Schrag.

In den anschließenden Fachvorträgen erläuterten:
• Dr. Michael Higl, Bürgermeister des Marktes Meitingen, den Weg „Von der ersten Idee zur zuverlässigen Versorgung mit Abwärme“.
• Elias Bettrich von ratioplan GmbH stellte das Anlagenkonzept und Betriebserfahrungen der innovativen kalten Nahwärme mit Industrieabwärmenutzung vor.
• Simon Müller vom InES-THI gab einen Einblick in die Konzeptionierung flexibler Niedertemperaturnetze für industrielle und gewerbliche Anwendungen.

Abschließend lud Prof. Schrag zur nächsten Fachtagung zu diesem Thema an der THI ein: Das 3. Ingolstädter Wärmepumpen-Forum zum Thema „Flexibilität und §14a -Wo geht die Reise hin?“ am 10.03.2026.

Die Veranstaltung war Teil des EU-kofinanzierten Projekts „Transfercluster Wärmepumpe & Wärmenetze - Wärmewende intelligent gestalten (W³)“ (www.w3-waermewende.de).
>Download der Vortragsunterlagen