Bürgerinformationen zum digitalen Testfeld „Erste Meile“
Beispielhafte Ausstattung eines Sensorstandorts: Kameras, Radar und LiDAR erfassen das Verkehrsgeschehen. Eine V2X-Einheit ermöglicht den Informationsaustausch; ein lokaler Rechner verarbeitet die Sensordaten.
Forschung für eine sichere und vernetzte Mobilität
Auf dem digitalen Testfeld „Erste Meile“ in Ingolstadt untersuchen die Technische Hochschule Ingolstadt und ihre Partner, wie Fahrzeuge und intelligente Straßeninfrastruktur zusammenarbeiten können. Ziel ist es, den Straßenverkehr sicherer zu machen und neue Technologien für vernetztes und automatisiertes Fahren unter realen Bedingungen zu erproben.
Auf dieser Seite erfahren Sie, wozu das Testfeld dient, welche Technik eingesetzt wird und an wen Sie sich bei Fragen wenden können
Digitales Testfeld „Erste Meile“ in Ingolstadt mit Teststrecke, Sensorstandorten und schematisch markiertem Testfeldbereich zwischen der Anschlussstelle Ingolstadt-Süd und dem IN-Campus. Kartengrundlage: © OpenStreetMap
Wo befindet sich das Testfeld?
Die Erste Meile liegt im Südosten Ingolstadts. Sie erstreckt sich entlang der Straße Am Auwaldsee bis zum IN-Campus und umfasst auch dessen Kreisverkehr. Auf rund 3,5 Kilometern sind öffentliche Straßen mit zusätzlicher Sensorik, Kommunikationstechnik und Rechnern ausgestattet.
Was wird hier erforscht?
Fahrzeuge können nicht immer alle Verkehrsteilnehmer rechtzeitig erkennen. Beispielsweise können andere Fahrzeuge oder Gebäude die Sicht auf Radfahrende und Fußgänger verdecken. Sensoren am Straßenrand können zusätzliche Blickwinkel liefern.
Im Testfeld wird untersucht, wie diese Informationen zuverlässig erfasst, verarbeitet und an vernetzte Fahrzeuge übermittelt werden können. Forschungsschwerpunkte sind:
- Erweiterte Umfeldwahrnehmung: Informationen aus Fahrzeugen und Straßeninfrastruktur zusammenführen.
- Frühzeitiges Erkennen kritischer Situationen: Beispielsweise Konflikte zwischen abbiegenden Fahrzeugen und querenden Radfahrenden untersuchen.
- Zuverlässige Kommunikation: Den schnellen Informationsaustausch zwischen Infrastruktur und Fahrzeugen erproben.
- Verständnis von Verkehrsabläufen: Bewegungen und Interaktionen im Straßenverkehr analysieren.
Das Testfeld dient der Forschung und Erprobung. Daraus lässt sich keine durchgehende Warn- oder Schutzfunktion für den alltäglichen Straßenverkehr ableiten.
Vom Erfassen zur Weitergabe: Sensoren erkennen das Verkehrsgeschehen, Rechner verarbeiten die Daten und Kommunikationssysteme übermitteln Informationen an vernetzte Fahrzeuge und Anwendungen.
Welche Technik wird eingesetzt?
Die Sensormasten kombinieren unterschiedliche Technologien:
Technik | Funktion |
Kameras | Liefern Bildinformationen zur Erkennung und Einordnung von Verkehrsteilnehmern. |
Radar | Erfasst mithilfe von Funkwellen unter anderem Entfernungen und Bewegungen. |
LiDAR | Misst Entfernungen mit Laserimpulsen und erzeugt eine räumliche Darstellung der Umgebung als Punktwolke. |
Lokale Rechner | Verarbeiten Sensordaten und führen Beobachtungen verschiedener Sensoren zusammen. |
Kommunikationstechnik | Überträgt Informationen zwischen Infrastruktur, Forschungsfahrzeugen und zentralen Rechnern. |
Nicht jeder Mast ist identisch ausgestattet. Welche Komponenten eingesetzt werden, hängt vom Standort und vom jeweiligen Forschungsvorhaben ab.
Welche Informationen entstehen dabei?
Aus den Sensordaten können beispielsweise Position, Bewegungsrichtung und Geschwindigkeit eines erkannten Verkehrsteilnehmers abgeleitet werden. Für viele Forschungsfunktionen werden solche Beschreibungen benötigt, etwa „Fahrrad nähert sich der Querung“.
Dabei ist zwischen den ursprünglichen Sensordaten, beispielsweise Kamerabildern, und den daraus abgeleiteten Informationen zu unterscheiden. Welche Daten verarbeitet, übertragen oder gespeichert werden, richtet sich nach dem jeweiligen Forschungsvorhaben und dessen Datenschutzkonzept.
Wie werden Datenschutz und Persönlichkeitsrechte berücksichtigt?
Der Einsatz von Sensoren im öffentlichen Straßenraum erfordert einen verantwortungsvollen Umgang mit Daten. Insbesondere können Kamerabilder personenbezogene Informationen enthalten. Auch andere Sensordaten sind nicht automatisch anonym.
Die konkreten Angaben zu Verantwortlichen, Verarbeitungszwecken, Rechtsgrundlagen, Speicherdauer, möglichen Empfängern und Ihren Datenschutzrechten finden Sie in den zugehörigen Datenschutzhinweisen: LINK
Bei Fragen zum Datenschutz erreichen Sie uns unter:
Was bedeutet das Testfeld für mich im Straßenverkehr?
Für Sie gelten weiterhin die üblichen Verkehrsregeln. Auch bei Forschungsfahrten oder sichtbaren Demonstrationen bleiben gegenseitige Rücksichtnahme und Aufmerksamkeit erforderlich.
Für die Nutzung der öffentlichen Straßen ist keine besondere technische Ausstattung notwendig. Welche Informationen ein vernetztes Fahrzeug empfangen und nutzen kann, hängt von seiner Ausstattung und der jeweiligen Erprobung ab.
Kontakt
Haben Sie Fragen zum Testfeld, zur eingesetzten Technik oder zu Forschungsaktivitäten?
Schreiben Sie uns: erste-meile-info@sympa.thi.de
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