Windenergie: Jetzt kommt es auf die Netze an

Windkraft liefert immer mehr Strom – doch damit wachsen auch die Anforderungen an die Energieversorgung. Bei der Fachtagung „Wind & Systemintegration: Netze, Flexibilität und Sektor-Kopplung“ an der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) diskutierten mehr als 130 Teilnehmende aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis, wie Netze, Erzeugung und Verbrauch künftig besser zusammenspielen können.

Windenergie im System gedacht: Die Referentinnen und Referenten der Fachtagung an der THI (Foto: THI).

Je größer der Anteil von Wind und Sonne am Strommix wird, desto anspruchsvoller wird die Verteilung. Denn produziert wird nicht immer dort, wo gerade Bedarf besteht. Hinzu kommen Schwankungen im Tages- und Jahresverlauf. Die Infrastruktur muss deshalb flexibler reagieren und unterschiedliche Erzeuger und Verbraucher intelligent miteinander verbinden.

Diesen Herausforderungen widmete sich die Fachtagung „Wind & Systemintegration: Netze, Flexibilität und Sektor-Kopplung“ an der THI, organisiert vom Institut für neue Energie-Systeme (InEs) und geleitet von Professor Daniel Navarro Gevers. Während bei der Premiere im vergangenen Jahr die Verbindung von Windkraft und Wärmeversorgung im Mittelpunkt stand, richtete sich der Blick diesmal auf Systemintegration, Netzstabilität und neue Formen der Steuerung.

„Mit dem Fortschritt der Energiewende wachsen auch die Anforderungen an unsere Infrastruktur. Entscheidend ist deshalb, Erzeugung, Verteilung und Verbrauch zusammenzudenken. Dafür brauchen wir technologische Lösungen, aber ebenso den engen Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Als Hochschule wollen wir dazu beitragen, Erkenntnisse in die Anwendung zu bringen und die richtigen Partner zusammenzuführen“, sagte THI-Vizepräsident Professor Hans-Joachim Hof.

Wie konkret die damit verbundenen Aufgaben sind, zeigte das Programm. Fachleute berichteten über Erfahrungen aus Dänemark, flexible Netzanschlüsse und den Beitrag von Windparks zur Stabilität der Stromversorgung. Weitere Vorträge nahmen die Einbindung neuer Anlagen in bestehende Strukturen in den Blick. Bürgerenergie, regionale Wertschöpfung und Beispiele aus der Umsetzung ergänzten die technische Perspektive.

Nach den Fachbeiträgen waren die Gäste selbst gefragt. In einer Fishbowl-Diskussion setzten sie eigene Schwerpunkte und vertieften offene Fragen gemeinsam mit den Referierenden.

Die Fachtagung fand im Rahmen des Projekts W³ statt, das von der Europäischen Union über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wird. Die THI arbeitet darin mit 20 Netzwerkpartnern zusammen, überwiegend kleinen und mittleren Unternehmen aus der Region. Ziel ist es, neue Ansätze für die Wärme- und Energiewende schneller in die betriebliche Praxis zu übertragen.

Die Vortragsunterlagen stehen unter www.thi.de/forschung/institut-fuer-neue-energie-systeme-ines/wissenstransfer/ zum Download bereit.

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