Rechnungen bearbeiten, Daten übertragen, E-Mails auswerten: Was in vielen Büros täglich wertvolle Arbeitszeit kostet, lässt sich oft automatisieren. Davon ist Erva Aydin überzeugt. Mit seinem Start-up ErA Robotics entwickelt der 29-Jährige Software-Roboter, die solche Routineaufgaben übernehmen. Die digitalen Helfer bewegen sich selbstständig durch Programme, lesen Informationen aus und führen vorgegebene Arbeitsschritte aus. So bleibt den Beschäftigten mehr Zeit für anspruchsvollere Tätigkeiten.
Den Grundstein für seine Geschäftsidee legte Aydin an der THI. Dort studierte er zunächst Ingenieurwissenschaften und beschäftigte sich in einem Projekt zur digitalen Fabrik bei Professor Bernhard Axmann mit Chatbots und Prozessautomatisierung. Während verschiedener Werkstudententätigkeiten lernte er anschließend die betriebliche Praxis kennen. Dabei fiel ihm auf, wie viele Abläufe trotz fortschreitender Digitalisierung noch immer manuell erledigt werden. Zugleich erkannte er, welches Potenzial in ihrer Automatisierung steckt.
Aus dieser Beobachtung wurde eine Geschäftsidee: Warum sollten nur große Unternehmen von solchen Lösungen profitieren? Gerade kleinere und mittlere Betriebe verfügen häufig nicht über die Ressourcen, um ihre Prozesse selbst zu automatisieren. Am THI Startup Center entwickelte Aydin seinen Ansatz weiter und konkretisierte sein Geschäftsmodell. Im März 2025 gründete er ErA Robotics, während er sein Masterstudium im Bereich Automatisiertes Fahren und Fahrzeugsicherheit fortsetzte.
Inzwischen hat der junge Gründer den Schritt von der Theorie in die Praxis geschafft. Gemeinsam mit seinem ersten Kunden, der Michael Oblinger Recycling GmbH & Co. KG, setzte Aydin seine Geschäftsidee erstmals in die Praxis um. Dort sind bereits drei seiner Software-Roboter erfolgreich im Einsatz. Sie übernehmen Aufgaben in der Dokumentenverarbeitung und entlasten damit die Beschäftigten von wiederkehrenden Arbeitsschritten. Auch das Interesse weiterer Unternehmen ist geweckt: Derzeit führt Aydin Gespräche mit mehreren potenziellen Kunden. Weitere Einsatzmöglichkeiten sieht er unter anderem in mittelständischen Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen.