Gemeinsam abheben

Wie lassen sich mehrere Drohnen koordinieren? Und wie gelingt die Interaktion zwischen Mensch und Fluggerät? Beim Ignaz Kögler Research Summer Camp an der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) gehen Studierende diesen Fragen eine Woche lang auf den Grund – mit viel Technik, eigenen Ideen und einem Praxistest zum Abschluss.

Vom Laptop in die Luft: Jamila Gränzer und Zartosht Stock (v. l.) mit ihrer selbstgebauten Drohne beim Ignaz Kögler Research Summer Camp (Foto: THI).

Praxistest im Freien: Ein Teilnehmer beim Flugmanöver (Foto: THI).

Tag vier. In einem Labor der THI sitzen die Teilnehmenden an Tischen, vor sich Laptops, Kabel und die Fluggeräte, die sie in den vergangenen Tagen selbst zusammengebaut haben. Jetzt geht es darum, Hard- und Software zusammenzubringen. Es wird programmiert, ausprobiert, verworfen und neu angesetzt. Aus einzelnen Bauteilen sind längst funktionierende Systeme geworden.

Mittendrin ist Jamila Gränzer. Die 26-Jährige studiert im Master Data Science an der Hochschule Anhalt in Köthen und ist zum ersten Mal für das Camp nach Ingolstadt gekommen. Gereizt hat sie vor allem das Thema. „Drohnen interessieren mich sehr. Das ist ein spannendes und aktuelles Feld.“ Auch intelligente Agenten faszinieren sie.

Zartosht Stock, Student der Ingenieurwissenschaften an der Technischen Universität München, schätzt vor allem den unmittelbaren Praxisbezug. „Wir haben hier tatsächlich selbst eine Drohne gebaut. Diese Hands-on-Mentalität gefällt mir.“ Das Wissen aus den Vorlesungen landet wenig später auf dem Arbeitstisch.

„Drone Swarming Technologies“ lautet der Schwerpunkt des diesjährigen Ignaz Kögler Research Summer Camps. Geleitet wird es von Professor Simon Schwerd von der THI. Von Systemarchitekturen und Sensorik über Schwarmalgorithmen und Simulationsumgebungen bis zur Mensch-Drohnen-Interaktion führt das Programm durch unterschiedliche Facetten der Technologie. Parallel dazu setzen die Studierenden das Gelernte in ihren Projekten um.

Dabei wachsen mit jedem Tag die Herausforderungen. Nach Aufbau und Inbetriebnahme folgen erste Algorithmen für das Zusammenspiel mehrerer Fluggeräte, anschließend Integration und Feldtests. Am Freitag steht die Abschlussdemonstration auf dem Testfeld in Gerolfing an. Dort zeigt sich, ob die entwickelten Konzepte auch außerhalb des Labors bestehen.

Zum Wochenprogramm gehören außerdem Einblicke in den Wissenschafts- und Innovationsstandort Ingolstadt, darunter Besuche im brigk Makerspace und bei CARISSMA.

Ermöglicht wird das Format durch die Exzellenzstiftung Ignaz Kögler. Sie unterstützt Summer Camps, bei denen Nachwuchstalente verschiedener Disziplinen gemeinsam an aktuellen Forschungsfragen arbeiten und daraus neue Ansätze entwickeln.

Zurück im Labor steht die nächste Aufgabe an. Noch sind die Fluggeräte auf den Tischen verteilt. Am Ende der Woche sollen sie gemeinsam in die Luft gehen.

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