Prof. Dr.-Ing. Simon Schwerd
Forschungsprofessor, Stellvertretender Studiengangleiter „Intelligent Aerial Systems“ (Master)
Die Schwarmrobotik befasst sich mit der Koordination mehrerer Einheiten zur Erreichung eines gemeinsamen Ziels; in praktischen Anwendungen werden diese oft als Multi-Roboter-Systeme [1] bezeichnet, die auch als Multi-Agenten-Systeme [2] beschrieben werden. Fortschritte in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI), Edge-Computing und neuartige Sensoren haben eine dezentrale Koordination und komplexe Verhaltensweisen weiter ermöglicht. Allerdings bestehen weiterhin Herausforderungen hinsichtlich der Aufgabenzuweisung, der Kommunikation und der großen Zustandsräume menschlicher Interaktion.
Wie in [3] festgestellt wird, variieren Steuerung und Interaktion je nach Autonomiegrad, was die Bedeutung der Mensch-Computer-Interaktion (HCI) in der Schwarmrobotik unterstreicht. Motiviert durch diese Erkenntnisse beabsichtigen wir, bisherige Arbeiten durch eine systematische Literaturrecherche zu erweitern, die sich mit neuen KI-Ansätzen und multimodalen Schnittstellen in der Mensch-Schwarm-Interaktion (HSI) befasst.
So konzentrieren sich beispielsweise aktuelle Übersichtsarbeiten auf HSI-Modalitäten wie Gestensteuerung, Sprachbefehle und Gehirn-Computer-Schnittstellen [4, 5]. Weitere Untersuchungen unterstreichen die Bedeutung des User-Experience-Designs und des Managements der Bedienerbelastung bei UAV-Schwärmen [6].
Example of the use extended reality technology
In der aktuellen Fachliteratur wird zunehmend die Notwendigkeit betont, zu untersuchen, wie Extended Reality (XR) mit künstlicher Intelligenz (KI) – oft als KI/XR bezeichnet – integriert werden kann, um das Nutzererlebnis bei der Interaktion mit Schwarm-Systemen zu verbessern.
Eine menschenzentrierte KI-Integration kann neuartige Interaktionsmethoden wie Kommunikationswerkzeuge, Zustandsschätzung, Visualisierung und fortschrittliche Steuerungsmechanismen ermöglichen. Diese Fähigkeiten haben das Potenzial, Schwarm-Systeme intuitiver und zugänglicher zu machen.
Mangel an natürlicher Interaktion
Aktuelle Schnittstellen bieten Endnutzern oft keine natürliche Möglichkeit, mit Schwärmen zu interagieren.
Uneinheitliche Terminologie
In diesem Fachgebiet werden unterschiedliche und manchmal widersprüchliche Begriffe verwendet (z. B. „Multi-Agenten-Systeme“, „Multi-Roboter-Systeme“, „kollektive Robotik“, „Schwärme“), was zu Verwirrung führt.
Kluft zwischen Simulation und Realität
Viele bestehende Studien stützen sich auf unrealistische Simulationen, die die Herausforderungen bei der Implementierung von Schwarm-Systemen in realen Umgebungen nicht vollständig widerspiegeln.
F1: Welche Faktoren beeinflussen die Mensch-Schwarm-Interaktion (HSI) in aktuellen Studien am stärksten?
F2: Inwiefern ermöglichen oder schränken Schwarmarchitekturen die HSI ein?
F3: Welche Hauptmuster und Herausforderungen zeichnen sich in der HSI-Forschung ab?