Ende Juli 2026 machten sich die THI-Studierenden Jonas, Rebecca und Leon auf den Weg nach Kirgistan, um eine Woche lang an der Summer School des RE.Act-Projekts an der Kyrgyz National University teilzunehmen.
Die Summer School ist Teil des DAAD-geförderten RE.Act Projekts (mehr dazu auf der Website). Das Projekt vertieft, unter der Koordination des Instituts für neue Energie-Systeme (InES) die akademische Zusammenarbeit im Bereich des Wasser-Energie-Nexus mit der Kyrgyz National University (KNU) und der TIIAME National Research University (NRU) in Usbekistan. Begleitet wurden die Studierenden vom Projektleiter Prof Tobias Schrag und der zuständigen Projektkoordinatorin Jessica Forster. In ihrem Erfahrungsbericht teilen die drei Studierenden ihre Erlebnisse und schildern, welche nachhaltigen Eindrücke sie aus Zentralasien mit an die THI gebracht haben:
SONNTAG: Ankunft in der Hauptstadt Bishkek
Bei sommerlichen 42 Grad im Schatten sind wir am 19. Juli in der Hauptstadt Bischkek gelandet. Nach einer kleinen Stadtrundfahrt ging es am Abend mit dem Bus weiter. Sechs Stunden lang fuhren wir hinauf ins Gebirge bis nach Naryn, einer Kleinstadt, in der sich die Außenstelle der KNU befindet und in der die Sommerschule stattfand. Die erste Nacht hielt gleich eine Überraschung für uns bereit, denn es gab ein kleines Erdbeben. Viel Schlaf blieb uns ohnehin nicht: Am Montagmorgen ging es direkt mit dem Programm der Summer School los.
MONTAG: Zwischen Teamwork und Bergpanorama
Die Summer School auf dem Campus der Kyrgyz National University begann mit Vorträgen der Projektpartner und Gastvorträgen von Experten aus der Industrie. Zusammen mit Studierenden aus Kirgisistan und Usbekistan erarbeiteten wir in Kleingruppen eigene Forschungsfragen, die alle einen direkten Bezug zu den Herausforderungen der Energieversorgung in Zentralasien hatten. Bereits in der ersten Kaffeepause kamen wir mit den anderen Studierenden ins Gespräch. Am Abend unternahmen wir kleine Wanderungen und genossen den beeindruckenden Blick auf die Berge. Zum Abschluss des Tages gab es ein gemeinsames Abendessen mit dem Projektteam sowie den Studierenden aus Usbekistan und Kirgisistan.
DIENSTAG: Software-Workshops und ein Hauch von Abenteuer
Am zweiten Tag wurde die Arbeit an den Forschungsfragen fortgesetzt, und dann waren wir mit unseren Vorträgen an der Reihe: Jeder von uns stellte eine Open-Source-Software zur Simulation aus dem eigenen Fachgebiet vor. Dazu gab es jeweils ein Fallbeispiel, das die kirgisischen und usbekischen Teilnehmenden gleich selbst ausprobieren konnten. Die Resonanz war super! Bis auf ein paar Probleme mit der Internetverbindung lief alles gut und alle Teilnehmenden setzten eigene kleine Projekte um.
Anschließend erkundeten wir den örtlichen Markt und lernten die Kultur der Kleinstadt kennen. Am Abend unternahmen wir einen Ausflug zu einem Wasserfall, wo wir von unseren kirgisischen Gastgebern zu Pizza und lokalen Getränken eingeladen wurden. Jonas war vor allem vom Kumys, der vergorenen Stutenmilch, begeistert! Der Rest der Gruppe war da eher zurückhaltend.
MITTWOCH: Baustellen, grüne Vorzeigeprojekte und kirgisische Gastfreundschaft
Der Mittwoch war unser Exkursionstag: Zunächst besuchten wir die Großbaustelle eines neuen Laufwasserkraftwerks, dessen Ausmaße uns wirklich beeindruckten. Danach sind wir ins Dorf Aktal gefahren und haben das im Rahmen des „ÖkoFlussPlan” Projekts erbaute Gemeindehaus besucht (mehr dazu auf der Website). Es demonstriert die Nutzung nachhaltiger Energielösungen in kalten und hohen Höhenlagen in Zentralasien. Der Bürgermeister hat uns herzlich begrüßt und uns persönlich durch die Einrichtungen des Ortes geführt. Mittags wurden wir zu einem traditionellen Essen mit Musik eingeladen, an das wir uns noch lange erinnern werden. Zurück in Naryn besichtigten wir noch Großwärmepumpen, die für Prof. Schrag sicherlich das heimliche Highlight der Woche waren.
DONNERSTAG: Finale Präsentationen und Abschiedsfeier in den Bergen
Am letzten Tag der Summer School stellten die Gruppen die im Laufe der Woche erarbeiteten Forschungsfragen vor und diskutierten sie gemeinsam. Anschließend ging es zur University of Central Asia, wo wir die Energiezentrale des Campus besichtigen konnten. Den Abschluss unserer Zeit in Naryn haben wir in einem traditionellen Restaurant in den Bergen gefeiert, zusammen mit allen Teilnehmern der Sommerschule und dem RE.Act-Projektteam. Natürlich gab es auch dort wieder reichlich zu essen!
WOCHENENDE: Kultureller Ausklang am blauen See
Am Freitagvormittag sind wir mit einem Kleinbus einen Teil der Strecke zurück in Richtung Hauptstadt gefahren und haben am Issyk-Kul-See Halt gemacht. Dort haben wir in traditionellen Jurten übernachtet, bevor wir am Samstag zum Flughafen zurückgefahren sind.
Ein großes Dankeschön geht an den DAAD, der uns diese einmalige Chance gegeben hat, an diesem Austausch teilzunehmen. Ein ganz besonderer Dank gilt Ermek Baibagyshov und seinem gesamten Team von der Kyrgyz National University. Mit seiner großzügigen Gastfreundschaft hat er unseren Aufenthalt zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht!