KI als Schlüsseltechnologie im geteilten Luftraum

KI-Algorithmen spielen für den sicheren Betrieb unbemannter Flugsysteme, die Koordination von Schwärmen und die Interaktion mit dem Menschen eine zentrale Rolle, insbesondere bei der Integration in den gemeinsam mit bemannten Luftfahrzeugen genutzten Luftraum.

Sie dienen der Sensorsignalverarbeitung für die Wahrnehmung des Luftraums und von Hindernissen, aber auch der autonomen Planung von Trajektorien und der Entscheidungsfindung für eine sichere und effiziente Flugführung.

Dank der gestiegenen Rechenleistung können diese KI-Algorithmen direkt an Bord der Flugsysteme ausgeführt werden, um bereits während des Fluges auf Daten zu reagieren. Darüber hinaus ermöglichen KI-Algorithmen eine schnellere und robustere Entwicklung von immer komplexeren Flugsystemen. Im Fokus steht dabei die Reduktion von Design-Iterationen durch „generative Designs“ und die wichtige Nachweisführung der Leistungsfähigkeit der KI-Algorithmen, welche in der Luftfahrttechnik essentiell ist.

Forschungseinrichtungen im Cluster Unbemanntes Fliegen

Im Forschungsumfeld des Instituts AImotion kommen modulare Drohnensysteme und mobile Leitstände als zentrale Werkzeuge zur Erprobung autonomer Flugfunktionen und sensorgestützter Datenerfassung zum Einsatz. 

Diese mobilen Plattformen ermöglichen es, aktuelle Forschungsergebnisse unter realitätsnahen Bedingungen zu validieren und bilden eine wichtige Schnittstelle zwischen theoretischer Entwicklung und praxisorientierter Systemintegration.

Modifizierte Agrardrohne "Riker"

„Riker“ ist eine weiterentwickelte Agrardrohne mit einem Abfluggewicht von 25 kg – optimiert für den Einsatz verschiedenster Sensorik. Aktuell ist sie mit einem 360°-LiDAR sowie einer RGB-Kamera mit IR-Option ausgestattet, montiert auf einem Gimbal für eine vollständige Bewegungsfreiheit der Ansicht.

Das System basiert auf einem Pixhawk 6X Flugregler mit direkt integriertem NVIDIA Jetson Orin Bordcomputer – damit ist Riker von Grund auf AI-fähig und bereit für den nächsten Schritt in Richtung autonome Systeme. Die modulare Bauweise erlaubt eine unkomplizierte Erweiterung oder den Austausch der Hardware, wodurch sich zusätzliche Sensoren integrieren lassen – etwa zur weiteren Verbesserung von Autonomie, Wahrnehmung und Ausfallsicherheit.

Für den Betrieb in urbanen Umgebungen sorgen RTK-GPS und ein integriertes Flight-Termination-System mit Fallschirm für die nötige Sicherheit und die Voraussetzungen für Betriebserlaubnisse. Ergänzt wird das Setup durch ein automatisiertes Fesselungssystem, das nicht nur eine kontinuierliche Energieversorgung gewährleistet, sondern auch eine hochperformante Datenübertragung über Glasfaser in Echtzeit zur Bodenstation ermöglicht.

Mobiler Leitstand "Enterprise"

Der mobile Leitstand „Enterprise“ dient als verlegefähige Einsatzzentrale zur Erprobung und Entwicklung autonomer Flugfunktionen unter realen Bedingungen. Stationiert in Ingolstadt, ist die Plattform als mobiles Testlabor konzipiert und unterstützt die flexible Durchführung von Feldversuchen zur Datengenerierung, Sensorkalibrierung und Systemintegration.

Die Infrastruktur an Bord umfasst ein lokales WiFi-Netzwerk zur drahtlosen Anbindung von Bodenstationen und UAV-Systemen, eine kompakte meteorologische Messeinheit zur Echtzeit-Erfassung von Wetterdaten sowie eine integrierte Werkstattsektion zur Vor-Ort-Wartung und schnellen Systemanpassung.

Zur Sicherstellung eines kontinuierlichen Testbetriebs ist zudem eine Ladeinfrastruktur für UAV-Akkus sowie das Tether-System vorhanden. Die Systemarchitektur des Leitstands ermöglicht die sofortige Verarbeitung und Visualisierung eingehender Sensordaten sowie die direkte Anpassung von Missionsparametern und Flugrouten. Damit wird „Enterprise“ zur zentralen Schnittstelle zwischen Forschungsteam, Fluggerät und Umgebung – unabhängig vom Einsatzort.

Professuren im Cluster Unbemanntes Fliegen

Prof. Dr. techn. Gerhard Elsbacher
KI-gestützte Luftfahrttechnik und Produktentwicklung
Prof. Dr. Christian Seidel
Prof. Dr. Christian Seidel
Intelligente autonome Flugführung
Prof. Dr. Martin Schall
Echtzeitfähigkeit und Maschinelles Sehen

Kontakt

Forschungsprofessor/Leitung TTZ Unbemannte Flugsysteme
Prof. Dr. techn. Gerhard Elsbacher
Tel.: +49 841 9348-4412
Raum: K309
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