Workshops im Projekt BlueMilk: Frühe Integration aller Beteiligten

Ein Bericht des Instituts für neue Energie-Systeme

Logo des Forschungsprojekts "BlueMilk". Quelle: THI

Das Institut für neue Energie-Systeme (InES) der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) veranstaltete zusammen mit der Molkerei Zott und der Andechser Molkerei Scheitz je einen Workshop zur Integration der Beteiligten vor Ort in das Forschungsprojekt BlueMilk, um vorhandene Ideen und Know-how als die spezifischen Interessenslagen bereits in der Anfangsphase in das Forschungsvorhaben aufzunehmen.

Das Forschungsprojekt BlueMilk mit einen Gesamtvolumen von knapp 1 Mio. €, welches durch das Bundeslandwirtschaftsministerium finanziell unterstützt wird, beschäftigt sich mit der Fragestellung, wie die Systemeffizienz von Molkereien erhöht werden kann, um die Klimaauswirkungen der Herstellung ihrer Milchprodukte zu senken. Das Ziel der Projektepartner ist es, durch das Projekt einen weiteren aktiven Beitrag zur Erreichung der Klimaziele in Deutschland zu leisten und eine aktive Rolle in der Energiewende einzunehmen. Das Forschungsvorhaben BlueMilk wird neben den erwähnten Praxispartnern Zott und Andechser Molkerei Scheitz auch mit den Anlagenbauern Lemmermeyer GmbH und AGO AG über 3 Jahre bearbeitet.

Eine zentrale Forschungsfrage von BlueMilk ist, wie die Nutzung von fluktuierenden Erneuerbaren Energien (EE) in den Molkereien durch die gezielte Bereitstellung von z. B. thermischer Energie – welche zudem sehr effizient zum Einsatz kommen soll - gesteigert werden kann. Diese Fragestellung tangiert nicht nur die Molkereien selbst, sondern steht auch in Wechselwirkung mit der Energieversorgung und dem Stromnetzbetrieb.

Aus diesem Grund veranstaltete das InES-Projektteam um Herrn Prof. Dr.-Ing. Uwe Holzhammer Workshops bei den Molkereien vor Ort, um den lokalen Netzbetreiber und die aktuellen Energieversorger der jeweiligen Molkereien frühzeitig in das Projekt zu involvieren.

Der erste Workshop fand in Mertingen, dem Hauptsitz der Molkerei Zott, statt. Es nahmen das Projektteam BlueMilk, Vertreter der Molkerei Zott, der Lechwerke als Stromversorger, der LEW Verteilnetz GmbH und des örtlichen Wärmenetzplaners und -betreibers GP Joule teil.

Der zweite Workshop wurde in Andechs, dem Sitz von Andechser Molkerei Scheitz, durchgeführt. Neben dem Projektteam und der Molkerei beteiligten sich Vertreter der Stadtwerke München und der Bayernwerk Netz GmbH.

Beide Workshops ermöglichten einen regen und informativen Austausch aller Beteiligten. Das Projektteam mit den wissenschaftlichen Mitarbeiter Martin Stöckl und Volker Selleneit konnte so den Austausch zwischen den betroffenen Akteuren und Branchen vorantreiben. Dieser, so die Einschätzung der Wissenschaftler, wird für den weiteren Verlauf der Projektbearbeitung und für eine hohe Qualität der Ergebnisse eine relevante Unterstützung darstellen. Die Workshops wurden von allen Beteiligten als hilfreich und relevant bewertet.

Die Förderung des Forschungsvorhabens BlueMilk erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages. Die Projektträgerschaft erfolgt über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Rahmen des Programmes zur Innovationsförderung.

Mit Fragestellungen rund um die Integration weiterer EE beschäftigt sich der Bereich Energiesystemtechnik des InES unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr.-Ing. Uwe Holzhammer. Weitere Informationen: www.thi.de/go/energie.