Projekt OptiSys im September gestartet

Optimaler Anteil und sektorübergreifender Systembeitrag von Bioenergie im Energiesystem

Das Institut für neue Energie-Systeme (InES) der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) hat  ihr neues Projekt OptiSys gestartet. Offizieller Beginn des zweijährigen Projekts, das in Zusammenarbeit mit dem Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart als Konsortialleiter und der gemeinnützigen Gesellschaft für Kommunikations- und Kooperationsforschung DIALOGIK durchgeführt wird, war am 1. September.Das Projektteam des Kooperationsprojektes kam am 15. September zum Auftaktreffen in Stuttgart zusammen.

Das übergeordnete Ziel im Projekt OptiSys ist es, den kostenoptimalen Anteil der Bioenergie im Energiesystem von morgen zu bestimmen. Die Bioenergie hat aufgrund ihrer Steuerbarkeit gegenüber anderen Erneuerbaren Energien den Vorteil, verlässlich und planbar wertvolle Systembeiträge mit geringer Klimabelastung leisten zu können. Diese gilt es besonders im Zuge des weiter wachsenden Ausbaus von Wind- und Sonnenenergie entsprechend präzise zu berücksichtigen. Für die Zukunft wird erwartet, dass viele flexible Kapazitäten (entsprechend auch Bioenergieanlagen) die fluktuierenden Strommengen aus Wind und Sonne ausgleichen.

Mit Hilfe des projektinternen Elektrizitätsmarktmodells „E2M2-Bio“ der Universität Stuttgart, welches den Strom- und Wärmemarkt gekoppelt abbildet und den Mobilitätssektor berücksichtigt, können auf Basis modelltechnischer und systemanalytischer Methoden belastbare Aussagen über den zukünftigen Beitrag flexibler Bioenergieanlagen im Energiesystem getroffen werden. Hierzu werden konkurrierende Technologieoptionen unter einheitlichen Rahmenbedingungen für verschiedene Zukunftsszenarien zur kostenoptimalen Einhaltung der Klimaschutzziele untersucht. Der Systembeitrag und die technische Verfügbarkeit von flexiblen Bioenergieanlagen werden ermittelt und bewertet. Als Ergebnis liefert das Modell Aussagen zur optimalen Zusammensetzung des zukünftigen deutschen Kraftwerksparks unter Berücksichtigung der Systembeiträge der Bioenergie. In diesem Kontext werden auch die Wechselwirkung der Bioenergie mit anderen Flexibilitätsoptionen wie Speicher, Power-to-X und flexiblen konventionellen Kraftwerken analysiert. Dieses Modell soll im Rahmen des Projekts um Aspekte der Mobilität erweitert werden, um die Sektorkopplung von Strom, Wärme und Verkehr abzubilden.

Die Ergebnisse werden auf eine breite wissenschaftliche Basis gestellt und auch mit Praxispartnern diskutiert. Dazu finden parallel zur Modellentwicklung vier Workshops in Stuttgart, Ingolstadt und Neuburg a.d.D. statt. Zu diesen werden Fachexperten aus den Bereichen Bioenergie, Energiesystemmodellierung, sowie Praktiker aus der Politik und aus Verbänden eingeladen, um die Eingangsparameter, die Methodik und die Ergebnisse zu diskutieren. Die Anregungen der wissenschaftlichen Experten und der Praxispartner fließen in die Modellierung ein und sollen die Validität der Ergebnisse sichern.

„Die Analyseergebnisse und identifizierte Effekte auf das Energiesystem werden in einem Methodenhandbuch dokumentiert“, so Prof. Dr. Uwe Holzhammer. „Wir stellen dadurch Kennwerte für künftige Studien bereit, was die adäquate Berücksichtigung der Bioenergie verbessert und die Aussagekraft solcher Studien stärkt.“

Das InES freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Universität Stuttgart sowie mit DIALOGIK. Das Forschungsprojekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit einem Gesamtvolumen von 312.217 € gefördert. Das Projekt ist an der Forschungsaußenstelle der THI in Neuburg an der Donau im Bereich Energiesystemtechnik angesiedelt und wird von Prof. Dr. Holzhammer und Dr. Matthias Philipp geleitet und von Tanja Mast durchgeführt.

Foto: Beim projekt-Kickoff: (v.l.) Dr. Ludger Eltrop, Sylvio Nagel, Tanja Mast, Benjamin Fleischer, Dr. Marlies Härdtlein, Dr. Giesela Wachinger, Prof. Dr. Uwe Holzhammer, Dr. Matthias Philipp. Quelle: THI