Nahwärmeprojekte in Stadt und Land erfolgreich umsetzen

Fachtagung an der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI)

Das Kompetenzzentrum „Wärme & Wohnen“ der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) lud am 10. Oktober zur Fachtagung „Nahwärmenetze für Stadt und Land – Von der Planung bis zur Umsetzung“ ein. Im ersten Teil der Veranstaltung wurden Praxisbeispiele zur Umsetzung von Nahwärmeprojekten in Kommunen vorgestellt. Am Nachmittag diskutierten Referenten und Teilnehmer Erkenntnisse aus einem öffentlich geförderten Forschungsprojekt zum solarunterstützen Wärmenetz im urbanen Geschosswohnungsbau.

Das Thema Nahwärme in seinen unterschiedlichen Ausprägungen – betrieben mit Biomasse, Solarthermie bzw. Abwärme, im ländlichen ebenso wie im städtischen Umfeld – in den Blick zu nehmen war zentrales Anliegen der Tagung. So skizzierten die Netzwerkpartner eta Energieberatung, Pfaffenhofen, und ENMA Energiemanagement, Ingolstadt, zu Beginn ihren Fahrplan für Kommunen zur erfolgreichen Umsetzung solcher Energieprojekte. Wie diese Projekte in Kommunen umzusetzen sind, das erklärten anschließend die drei Bürgermeister der Gemeinden Engelsberg, Hallerndorf und Mühlhausen.

Im zweiten Teil der Tagung präsentierte Daniel Beckenbauer, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für neue Energie-Systeme (InES) der THI, die wissenschaftlichen Ergebnisse des Forschungsprojekts smartSOLgrid (FKZ: 0325537). Im Rahmen von Simulationen und messtechnischen Untersuchungen wurde dabei der Ausbau dezentraler Solarthermieanlagen in einem bestehenden Wärmenetz im Geschosswohnungsbau wissenschaftlich untersucht. Die Projektpartner CitrinSolar GmbH Energie- und Umwelttechnik und Gemeinnützige Wohnungsbau-Gesellschaft Ingolstadt GmbH berichteten dabei über ihre Praxiserfahrungen mit der Einbindung von Solarthermie in Nahwärmenetze.

Im Kompetenzzentrum „Wärme & Wohnen“ entwickelt die THI zusammen mit 15 Unternehmen marktfähige Technologien für die innovative Wärmeversorgung von Wohngebäuden. Das Kompetenzzentrum bündelt damit das Know-how aus Wissenschaft und Unternehmenspraxis für die Regionalentwicklung und schafft den Technologietransfer zwischen der Hochschule und teilnehmenden Unternehmen. Das Projekt wird vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung sowie vom Freistaat Bayern gefördert.

Das Forschungsprojekt smartSOLgrid wurde von den Bundesministerien für Wirtschaft und Technologie, für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, sowie für Bildung und Forschung im Rahmen des 6. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung gefördert. Beide Projekte sind am InES angesiedelt.

Details zu allen weiteren Forschungsprojekten des Instituts: www.thi.de/go/energie   

 

Bild 1: Das Foto zeigt einen Teil des Gebäudebestands der GWG in der Schubertstraße/Hindenburgstraße Ingolstadt (Nähe Continental AG). Geschosswohnungsbauten dieser Art eignen sich hervorragend für solar-gespeiste Mikrowärmenetze. Quelle: THI

Bild 2: Rund 60 Personen aus Kommunen, Industrie, Gewerbe und Wissenschaft nahmen an der zweiten Fachtagung des Kompetenzzentrums „Wärme & Wohnen“ teil. Quelle: THI

Bild 3: Die Bürgermeister Martin Lackner (Gemeinde Engelsberg), Klaus Faatz (Markt Mühlhausen) und Torsten Gunselmann (Gemeinde Hallerndorf), (v.r.n.l.) diskutierten auf dem Podium ihre praktischen Erfahrungen zur Planung und Umsetzung von Nahwärmeprojekten. Die Moderation übernahm Max Riedl vom Genossenschaftsverband Bayern e.V. (links). Quelle: THI

Bild 4: Die Unternehmenspartner des Kompetenzzentrums „Wärme & Wohnen“ stellten im Foyer der Veranstaltung ihre Produkte und Dienstleistungen vor und hatten Gelegenheit mit den Veranstaltungsteilnehmern ins Gespräch zu kommen. Auf dem Foto: Projektleiter Prof. Tobias Schrag (rechts) mit Georg Bergsteiner, der mit seinem Unternehmen am Kompetenzzentrum „Wärme & Wohnen“ beteiligt ist. Quelle: THI