„Unsere Studierenden werden optimal auf die aktuellen Herausforderungen des globalen Marktes vorbereitet.“

 

Steckbrief
Name: Prof. Dr. Jiří Horák
Fakultät: Maschinenbau
Lehrgebiet: Mathematik und Technische Simulationen
Studiengangleiter: Berufsbegleitender M. Eng. Applied Computational Mechanics


Wie erleben Sie die berufsbegleitend Studierenden im Gegensatz zu Vollzeitstudierenden? Gibt es Unterschiede?
Die berufsbegleitend Studierenden sind in der Regel extrem motiviert und bringen sich oft aktiv in den Unterricht mit ein. Aufgrund ihrer Berufserfahrung und dem engeren Bezug zur Praxis wissen sie, wofür sie das technische Know-how brauchen und sie haben eine Vorstellung, wie sie dieses Wissen anwenden können. Man kann auf ihren Erfahrungen aufbauen. Das wirkt sich natürlich auch positiv auf die Zusammenarbeit aus: Die gesamte Kommunikation ist auf einer sehr konkreten, anwendungsbezogenen Ebene. Die Studierenden bringen selbst Vorschläge, Ideen und Anregungen aus ihrer Berufspraxis mit ein und geben viel mehr Rückmeldung, welche Themen sie besonders interessieren und welche Aspekte sie vertiefen möchten.

Das bedeutet Berufstätige steigen mit ganz anderen Voraussetzungen ins Studium ein. Inwiefern spiegelt sich das in den Lehrveranstaltungen wider?
Durch die Erfahrung der Studierenden kann man die Lehrveranstaltungen noch viel besser auf ihren Bedarf hin anpassen. Im Vollzeitstudium gibt man als Dozent mehr vor – hier ergibt sich vieles aus der Diskussion und dem Gespräch mit den Teilnehmern. So kann ich mehr auf die speziellen Anforderungen eingehen.
Aufgrund der Berufstätigkeit müssen die Lehrveranstaltungen insgesamt natürlich kompakter sein. Es ist wichtig, die gemeinsamen Präsenztage so intensiv wie möglich zu nutzen. Schon vor unseren Treffen, stelle ich deshalb Unterlagen zur Vorbereitung zur Verfügung. Und auch die Nachbereitung der Lehrveranstaltungen braucht Begleitung: Hausaufgaben oder Projekte, die dann bei den nächsten Präsenzveranstaltungen gemeinsam diskutiert werden, sind ein wichtiger Teil des Studiums. So haben die Teilnehmer die Möglichkeit sich zeit- und ortsunabhängig mit den Inhalten zu beschäftigen und das Studium in ihren Arbeitsalltag zu integrieren.

Durch die Praxiserfahrung können die Studieninhalte also gezielter auf die Teilnehmer zugeschnitten werden. Gibt es weitere Vorteile im berufsbegleitenden Studium?
Durch ihre Berufstätigkeit lernen die Studierenden nicht nur von den Dozenten, sondern auch voneinander. Die Teilnehmer bekommen einen Einblick in das, was die anderen machen und so findet ein wichtiger Erfahrungsaustausch statt. Momentan haben wir Studierende aus großen Konzernen, aus mittelständischen Firmen und Dienstleisterunternehmen. Auch die Tätigkeitsbereiche sind ganz unterschiedlich: Einige sind bei Automobilherstellern angestellt, andere bei einem Fabrikanten für medizinische Geräte und auch Vertreter aus der Elektrotechnik-Branche nehmen teil. Bei jedem neuen Start des Studiengangs haben wir neue Teilnehmer aus unterschiedlichen Bereichen: Das ist auch für mich als Dozent sehr interessant.

Wie garantieren Sie, dass die Studieninhalte auf die Anforderungen aus der Praxis abgestimmt sind?
Eine große Stärke des Studiengangs ist, dass drei Partner involviert sind: Konzipiert und durchgeführt wird der Studiengang in einer Kooperation zwischen der THI, der Hochschule Landshut und der CADFEM GmbH. Mit der CADFEM GmbH haben wir einen Industriepartner an der Hand, der einen großen Beitrag zum Praxisbezug des Studiengangs leistet. Zum Beispiel gewinnen wir so Experten aus der Industrie als Dozenten. Gehalten wird der Unterricht dabei immer auf Englisch. Das hat damit zu tun, dass die internationale Vernetzung in dieser Industrie sehr stark ausgeprägt ist. Englisch ist also die Sprache, die im Berufsleben wichtig ist. Dass wir das im Studium bereits so leben, ist für die Studierenden nur von Vorteil. So vermitteln wir gleich, was wichtig ist.

Interkulturelle Kompetenzen scheinen in dieser Branche eine wichtige Rolle zu spielen. Werden die Teilnehmer in ihrem Studium auch darauf vorbereitet?
Auch in diesem Bereich können unsere Studierenden voneinander lernen, denn sie kommen aus den verschiedensten Ecken der Welt: Wir haben Teilnehmer aus der Schweiz, Luxemburg, Norwegen, Österreich oder Tunesien. Internationalität wird also in diesem Studiengang bereits auf eine einzigartige Form gelebt. Der Vorteil für die Studierenden ist klar: Sie bekommen einen Überblick über verschiedene Kulturen, lernen Leute kennen und tauschen sich aus. Durch die Internationalität der Teilnehmer, unsere Praxisorientierung und die Erfahrung der Dozenten können wir die Studierenden bestens auf die aktuellen Herausforderungen des globalen Marktes vorbereiten.


Über das Angebot:

In zahlreichen Branchen tragen Technologien des Computer Aided Engineering (CAE) entscheidend zur Optimierung von Produktentwicklungsprozessen bei. Berechnungen am Computer machen es möglich, eine Vielzahl an zeitintensiven und teuren Versuchsreihen ohne Qualitätsverlust zu umgehen und neue Innovationspotenziale zu nutzen. Vor diesem Hintergrund wurde der Master-Studiengang „Applied Computational Mechanics“ entwickelt, bei dem die Teilnehmer ihr Wissen auf dem Gebiet der computerorientierten Simulationstechniken vertiefen.
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