Solargestützte Wärmenetze - Zukunftsweisende Energie- und Wärmeversorgung in der Region besichtigt

Das Institut für neue Energie-Systeme (InES) der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) bot vergangenen Donnerstag interessierten Personen aus Forschung, Wirtschaft und Politik die Möglichkeit vor Ort ein innovatives Wohnbauprojekt mit solargestützter Wärmeversorgung kennenzulernen. Im Rahmen einer Exkursion der Projekte „EffNet - Mit Blended Learning zu energieeffizienten Wärmenetzen im ländlichen Raum“ und „LEnZ – Ländliche Energieversorgung der Zukunft“, erhielten Teilnehmende Einblick wie die solarthermische Energiebereitstellung in ländlichen Wärmenetzen realisiert werden kann.

Dr. Hermann Riess erläutert den Teilnehmenden alle Arbeitsschritte der Solarkollektorfertigung mit zwei Fertigungslinien. In der ersten werden Kollektorrahmen geklebt.

Dr. Hermann Riess erläutert den Teilnehmenden alle Arbeitsschritte der Solarkollektorfertigung mit zwei Fertigungslinien. In der zweiten werden die Scheiben mechanisch mit Glasleisten fixiert.

Blick in die Kollektorfertigungshalle der Citrin Solar GmbH, die 2008 aus Holz erbaut wurde – der Boden mit Betonkernaktivierung sorgt für angenehme 18-19° im Sommer und Winter. Bis zu 90 Kollektoren werden täglich produziert.

Hinter der Kulisse des Nahwärmenetzes: Der 200 kW Hackschnitzelkessel im Heizkessel versorgt das Werk sowie die Sonnensiedlung mit seinen KFW40+ Häusern. Zudem wird mit einer Kollektorfläche von 700m2 auf dem Dach und 150m2 an der Fassade des Unternehmens bis zu 40% solaren Deckungsgrad für die Sonnensiedlung ermöglicht.

In der bayrischen Stadt Moosburg wurde eine klimaneutrale alternative zu Erdgas- und Öl-Heizungen durch die Errichtung eines solargestützten Nahwärmenetzes geschaffen. Dank des Wärmenetzes ist es möglich die Sonnensiedlung in Moosburg mit erneuerbarer Wärme zu versorgen. Seit diesem Jahr sind die 34 Wohneinheiten in Form von sechs Doppel- und Reihenhäusern sowie zwölf Eigentumswohnungen in zwei Mehrfamilienhäusern bewohnt und werden über Solarenergie und Biomasse beheizt. Die Stromversorgung erfolgt über Photovoltaik und Batteriespeicher und ermöglicht zugleich die Umsetzung eines Mobilitätskonzepts mit quartierseigenem, ausleihbarem E-Fahrzeug und einem E-Lastenfahrrad. Die energetische Planung wie auch die Komponenten der solaren Wärmeerzeugung und -speicherung stammen von dem ortsansässigen Unternehmen CitrinSolar.

Zu Beginn der Exkursion wurden die 25 Teilnehmenden durch Herr Dr. Hermann Riess über das Firmengelände der CitrinSolar GmbH geführt und lernten die Solarkollektorenfertigung sowie die Heizzentrale mit Hackschnitzelheizung des Wärmenetzes kennen. Nach angeregten Diskussionsrunden und der Möglichkeit die Komponenten des Nahwärmenetzes hautnah zu begutachten, folgte die Kurzvorstellung der Projekte EffNet und LEnZ durch Prof. Tobias Schrag. Anschließend stellte Hanns Koller, Geschäftsführer der CS Wohnbau und CitrinSolar GmbH, das Konzept und die Umsetzung der CS Sonnensiedlung als zukunftsfähiges Wohnbauprojekt mit solarer Nahwärmeversorgung vor. Darauffolgend erläuterten Herr Riess und sein Kollege Herr Beckenbauer die Möglichkeiten solarthermischer Energiebereitstellung für ländliche Wärmenetze und stellten anhand wissenschaftlicher Ergebnisse Planungs-, Umsetzungs- und Betriebsmöglichkeiten vor. Bei der anschließenden, angeregten Diskussion tauschten sich die Besucher mit den Referenten vor allem über die Technik des solargestützten Wärmenetzes sowie über Umsetzungsmöglichkeiten weiterer innovativer Wohnbaukonzepte aus.

Der Bereich Technologietransfer und Internationale Projekte des InES widmet sich der Vernetzung der angewandten Forschung mit regionalen und internationalen Akteuren im Bereich der Erneuerbaren Energien. Dazu gehören ebenso öffentliche Veranstaltungen im Rahmen der hier angesiedelten Projekte. Durch diese sollen sowohl der Wissenstransfer als auch die Diskussion über die Zukunft der Erneuerbaren Energien und der zugehörigen Technologien gefördert werden.

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