Campus in Neuburg an der Donau eröffnet

Hochrangige Gäste kamen zum Festakt am Montag, darunter Bundesinnenminister Horst Seehofer

Das Gebäude eröffneten THI-Präsident Prof. Dr. Walter Schober, Bundestagsabgeordneter Reinhard Brandl, Neuburgs Oberbürgermeister Bernhard Gmehling und Bundesinnenminister Horst Seehofer.

Ingolstadt, 6. Oktober 2021    Der 4. Oktober 2021 ist ein historisches Datum – sowohl für die Technische Hochschule Ingolstadt (THI) wie auch für die Stadt Neuburg an der Donau. Denn am Montag hat die THI ihren Außenstandort in der Ottheinrichstadt eröffnet. Nach vielen Jahren Planung und Vorbereitung konnten pünktlich zum Start des Wintersemesters die ersten Studierenden auf dem neuen Campus begrüßt werden. Rund 100 Studentinnen und Studenten sind es, die sich für die bayernweit einzigartigen Studiengänge „Nachhaltigkeits- und Umweltmanagement“ sowie „Wirtschaftsingenieurwesen Bau“ eingeschrieben haben.

Während am Vormittag die beiden Studiengangleiter Prof. Dr. Holger Hoppe und Prof. Dr. Jana Bochert die jungen Menschen aus ganz Deutschland mit den wichtigsten Infos für das Studium versorgten und schon mal einen Einblick gaben, was sie in kommenden Semestern konkret erwartet, ging am Nachmittag die offizielle Eröffnungsfeier über die Bühne. Zu dieser hatten sich hochrangige Gäste angekündigt – allen voran Bundesinnenminister Horst Seehofer.

In der ehemaligen Exerzierhalle auf dem Gelände der einstigen Lassigny-Kaserne wird in den kommenden Jahren ein neuer Campus entstehen, ein Ort zum Leben und Lernen, ein „Wissenschaftsquartier mit Vorzeigecharakter“, wie Prof. Dr. Walter Schober, der Präsident der THI in seiner Begrüßungsrede sagte. Pünktlich zum Semesterstart konnte die Sanierung des ersten Gebäudes abgeschlossen werden. In dem denkmalgeschützten Backsteinbau, der nun offiziell den Namen des Gründers der Neuburger Provinzialbibliothek, Max IV. Josef, trägt, wurden zwei Hörsäle, zwei Seminarräume, ein PC-Pool, eine Cafeteria sowie Büros eingerichtet. In den kommenden Monaten folgen ein Modulbau sowie der schrittweise weitere Ausbau des Campus.

Horst Seehofer war an diesem Tag weniger in seiner Funktion als Bundesinnenminister nach Neuburg gekommen, sondern vielmehr als Wegbereiter für den Campus, schließlich war er es, der vor gut fünf Jahren – damals noch als Bayerischer Ministerpräsident – den Weg für den Neuburger Campus ebnete: „Ich erinnere mich noch gut, wie schwer der Weg dorthin war.“ Aber es gehe darum, Bleibendes zu schaffen. Und wo könne man das besser erkennen als an diesem Gebäude: „Wir glänzen hier mit Gebäuden, die unsere Vorfahren geschaffen haben.“ Bildungseinrichtungen seien die Zukunft eines Landes, das Tor zum Leben für junge Menschen. Deswegen habe er gekämpft für die Einrichtung des Campus Neuburg: „Die TH Ingolstadt hat einen brillanten Ruf, national wie international, und erlebt ein gesundes organisches Wachstum.“ Der Campus Neuburg sei bei der THI also in den besten Händen: „Ich bin stolz, dass in meiner Heimatregion so eine erfolgreiche Hochschule platziert ist.“

Wegen einer kurzfristig anberaumten Kabinettssitzung mussten Wissenschaftsminister Bernd Sibler und Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert ihre Teilnahme an der Eröffnungsfeier absagen. Doch Dr. Rolf-Dieter Jungk, Amtschef im Wissenschaftsministerium, überbrachte die Grüße von Minister Sibler und sagte: „Mit dem grünen Motto des Campus und seiner Schwerpunktsetzung auf die Themen Nachhaltigkeit und Umwelt hat die THI voll ins Schwarz getroffen. Die Zahl der Bewerber zeigt das sehr deutlich.“

Staatssekretär Roland Weigert hat als damaliger Landrat des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen aktiv an der Entstehung des Campus mitgewirkt. Auch wenn er nicht persönlich zur Eröffnung anwesend sein konnte, ließ er mitteilen: „Es macht mich stolz, dass wir mit vereinten Kräften, mit vielen Unterstützerinnen und Unterstützern hier eine neue Hochschulheimat für Studierenden schaffen können. Eine Vision wird Realität.“

Diese Vision wurde in Neuburg schon vor mehr als zehn Jahren entwickelt und auch Neuburgs Oberbürgermeister Bernhard Gmehling war von Anfang an dabei: „In meinen knapp 20 Jahren als Oberbürgermeister habe ich viele erfreuliche Ereignisse aktiv begleiten dürfen“, sagte er in seinem Grußwort. „Die Ansiedlung des Campus der Technischen Hochschule Ingolstadt stellt aber zweifelsohne eines der bedeutendsten Vorhaben dar.“ Er dankte Prof. Dr. Walter Schober, der sich hochengagiert und mit Herzblut eingebracht habe: „Ohne Ihr kraftvolles Wirken würden wir heute nicht hier stehen.“

Das lateinische Wort Campus bedeute so viel wie Saatfeld, sagte der Landrat von Neuburg-Schrobenhausen, Peter von der Grün: „In Neuburg wird das Feld des Wissens bestellt und ich hoffe, es wird reiche Ernte bringen.“ Die ganze Region werde von dem Hochschulableger profitieren, ist sich der Landrat sicher.

Auf dem Areal sollen einmal rund 1200 Studierende in sechs Bachelor- und fünf Masterstudiengängen gemeinsam lernen und forschen. Auch ein Forschungs- und Transferzentrum Nachhaltigkeit wird eingerichtet. Über 100 Millionen Euro sind dafür vorgesehen, sagte Thomas Sendtner, der Leiter des Staatlichen Bauamtes Ingolstadt.

Jasmin Parys ist die erste Stipendiatin am Campus Neuburg. Die Coburgerin bekam von THI-Präsident Walter Schober und Neuburgs Oberbürgermeister Bernhard Gmehling das erste Hochschulstipendium des Neuburger Vereins für Bildung und Wissenschaft überreicht. Jasmins Parys studiert Nachhaltigkeits- und Umweltmanagement und wird vorerst für ein Jahr mit 300 Euro im Monat unterstützt, die zur Hälfte der Verein und das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzieren.

Nach dem Festakt bekam das Gebäude den kirchlichen Segen von Dekan Thomas Schwarz und Pastoralreferent Oswald Meyer von der Hochschulgemeinde. Als Zeichen der Nachhaltigkeit legten die Redner selbst Hand an und pflanzten einen Gingko, einen Klimabaum. Nach der Enthüllung des Namensschildes für das Gebäude konnten sich die Gäste dann selbst ein Bild von den Räumlichkeiten machen.

 

Am Vormittag hatte die THI in Zusammenarbeit mit dem Kreiskrankenhaus Schrobenhausen noch eine Impfaktion am Campus angeboten. Nicht nur für Mitarbeiter und Studierende stand das Angebot offen, auch die Bevölkerung konnte es in Anspruch nehmen – und tat dies auch rege.

 

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