SAFIR-Cluster 4: Sichere Elektromobilität

Im Rahmen von SAFIR IP4 wurde im Rahmen einer Veröffentlichung für die Europäische Vereinigung für Unfallforschung und Unfallanalyse e.V. und eine weltweite Umfrage durchgeführt, an der über 200 Unfallanalytiker teilnahmen, die überwiegend für Gerichte tätig sind. Die Ergebnisse dieser Umfrage zeigten, dass die Einflüsse von Fahrerassistenzsystemen (FAS) und automatisierten Fahrfunktionen (AF) auf einen Unfallhergang bislang nur in seltenen Fällen zweifelsfrei aufgeklärt werden können. Darunter leidet sowohl die Rechtssicherheit als auch der Opferschutz enorm. Um die Einflüsse von FAS und AF zukünftig forensisch sicher aufklären zu können, wurden im Rahmen von SAFIR IP4 mehrere Untersuchungen durchgeführt sowie Methoden entwickelt.

Ein zentrales Element stellte hierbei die Durchführung von Versuchen zur Eruierung möglicher Einflüsse von FAS und AF auf die Fahrdynamik des Fahrzeugs und das Verhalten des Fahrers dar. Die Ergebnisse aus den empirischen Versuchen fließen als wissenschaftlich fundierte Grundlagendaten in eine Datenbank, die als Referenz für forensisch tätige Unfallanalytiker in deren Gerichtsgutachten verwendet werden können.

Zugleich zeigten die Versuche, dass das Systemverhalten während eines Unfallhergangs oftmals sehr stark divergiert. Um den tatsächlichen Ablauf folglich exakt forensisch abbilden zu können sind digitale Spuren unabdingbar. Dementsprechend wurden Lösungen zur Extraktion von unfallrelevanten Daten aus Fahrzeugsteuergeräten mittels Reverse-Engineering-Methoden entwickelt. Perspektivisch sollten jedoch alle benötigten Datenelemente in einem Forensic Event Data Recorder (FEDR) gespeichert werden, der im Rahmen des Projekts konzipiert wurde.

Die THI hat sich für die forensische Aufklärung der Einflüsse von FAS und AF eine deutschlandweite Sonderrolle erarbeitet, insbesondere durch den intensiven Austausch mit der Polizei, Sachverständigen, Überwachungsorganisationen, Universitäten, Versicherungen und dem ADAC als auch durch Veröffentlichungen und der engagierten Teilnahme an Konferenzen und Podiumsdiskussionen.

Ansprechpartner

Forschungsprofessor Batteriesysteme, Leiter CARISSMA Institute of Electric, Connected, and Secure Mobility (C-ECOS), Leiter Forschungsgruppe Sichere Elektromobilität
Prof. Dr. rer. nat. Hans-Georg Schweiger
Tel.: +49 841 9348-4500
Raum: H026
E-Mail:

Förderkennzeichen

13FH7I04IA

Fördermittelgeber und Programm