Der Mangel an ausreichender nachhaltiger Energieversorgung betrifft weite Teile der Bevölkerung in den ländlichen Gebieten Subsahara Afrikas. Als eine Hauptursache für die geringe Verbreitung Erneuerbarer Energien -trotz hervorragender klimatischer Rahmenbedingungen- gilt dabei fehlendes Fachwissen. In diesem Zusammenhang verfolgt die Technische Hochschule Ingolstadt im Rahmen ihrer Internationalisierungsstrategie das übergeordnete Ziel in einem Netzwerk mit Universitäten Subsahara-Afrikas die dringend notwendigen Forschungs- und Ausbildungskapazitäten auf- bzw. auszubauen. Vor dem Hintergrund der Etablierung dieses „German Subsaharan Energy Research Network“ reiste im März 2012 eine Delegation der Hochschule nach Botswana, um sich dort mit Wissenschaftlern und Vertretern der botswanischen Regierung über die beginnende Zusammenarbeit bei Forschung und Lehre abzustimmen.

 

Kooperation vereinbart

Um die langjährige Leuchtturm-Funktion des Instituts für neue Energie-Systeme (InES) im Bereich der Forschung zu Solarenergie- und Energiesystemtechnik auch im internationalen Kontext weiter zu festigen, hat die Hochschule eine akademische Kooperation mit der Botswana International University of Science and Technology (BIUST) in Palapye vereinbart.

Im Rahmen eines ersten gemeinsamen Forschungsvorhabens soll ein nachhaltiges Energiesystem für lokale Touristenunterkünfte, sogenannte Tourist Lodges, in den zahlreichen Nationalparks entwickelt werden. Beispielhaft ist die Errichtung einer solchen Lodge am neuen Campus der BIUST geplant, welche ausgestattet mit umfangreicher Messtechnik anschließend auch als Forschungslabor für botswanische Studierende dienen soll.

Damit steht die gemeinsam von botswanischen und Ingolstädter Wissenschaftlern und Studierenden entwickelte „EcoEdu-Lodge“ nicht nur für Ökologie (engl. ECOlogy) sondern auch für Ausbildung (engl. EDUcation). An der BIUST in Botswana sollen durch den angestrebten Wissenstransfer Forschungskapazitäten im Bereich Erneuerbare Energien aufgebaut werden. Für die Technische Hochschule Ingolstadt wird die Kooperation zur Erhöhung der internationalen Kompetenz für den wissenschaftlichen Nachwuchs, Doktoranden und promovierte Wissenschaftler beitragen.
Desweiteren ist in Zusammenarbeit mit der Polytechnic of Namibia (PoN), Windhoek, und BIUST die Entwicklung von Curricula für gemeinsame internationale Studiengänge und ein Forschungsrahmen für internationale PhD Programme beabsichtigt.

Internationales Forschungsnetzwerk

Zudem kooperieren die Forscher des InES auf internationaler Ebene mit folgenden, wissenschaftlichen Vereinigungen und Partnern (Auswahl):

  • International Solar Energy Society (ISES)
  • Forschungsplattformen der International Energy Agency: Task 38: Solar Air-Conditioning; Task 39: Polymeric Materials for Solar Thermal Applications
  • De Montfort University, Leicester (GB): Institute of Energy and Sustainable Development
  • City University of Hong Kong (CN): Division of Building Science and Technology

Bayerisches Forschungsinstitut

„Etwas bundesweit ganz Einmaliges“ – so bezeichnete der Bayerische Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle das Bayerische Forschungsinstitut für Afrikastudien (Bavarian Research Institut for African Studies, kurz: BRIAS), das Anfang Februar unter Mitwirkung von InES gegründet wurde. Mehr

EU Förderung

Seit 2014 etabliert das Institut für neue Energie-Systeme zusammen mit vier  Forschungspartnern aus dem südlichen Afrika ein "Network of Excellence in Renewable Energy Technologies". www.need-project.org