Besuch aus Afrika an der Technischen Hochschule Ingolstadt

Ingolstadt forscht mit afrikanischen Partnern im Bereich Erneuerbare Energien

Fünf Tage lang waren Wissenschaftler und Ingenieure aus Botswana, Namibia und Sambia zu Gast an der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI). Der Besuch steht im Zusammenhang einer Forschungskooperation, die die THI seit diesem Jahr mit den afrikanischen Partnern im Bereich Erneuerbare Energien hat.

Konkret geht es bei dem Forschungsprojekt mit dem Namen NEED (Network of Excellence in Renewable Energy Technologies for Development) darum, ein Forschungsnetzwerk im Bereich Erneuerbare Energien im südlichen Afrika zu etablieren. Die THI, die Botswana International University of Science and Technology, das Okawango Research Institute (zur University of Botswana gehörend), die Polytechnic of Namibia und die University of Zambia sind die Gründungspartner dieses Netzwerks, das sukzessive auf weitere Institutionen in Afrika ausgedehnt werden soll.

Gemeinsam haben sich die Partner die Ziele gesetzt, Strukturen für die Verbreitung technischen Know-hows in Afrika zu schaffen, wichtige Akteure vor Ort zu vernetzen und das Bewusstsein und die Handlungsbereitschaft für Erneuerbare Energien auf politischer Ebene zu steigern. Die zentralen Arbeitspakete des NEED-Projekts sind die Entwicklung von dualen Ausbildungsprogrammen, die Vereinheitlichung von Industrienormen sowie die Bündelung von Forschungsaktivitäten im Bereich Technologien erneuerbarer Energien. Neben diesen Aktivitäten sollen beispielhaft Energiekonzepte für zwei entlegene Regionen – ein Wüstengebiet und eine Sumpfregion – entworfen werden. Das Projekt läuft über drei Jahre und wird von der Europäischen Union gefördert.

Beim Besuch in Ingolstadt, dem ersten Netzwerktreffen in Deutschland, diskutierten die Teilnehmer den bisherigen Projektfortschritt und die weiteren Schritte im Projekt. Daneben gaben die THI-Vertreter rund um Projektleiter Prof. Dr. Wilfried Zörner (Leiter des Instituts für neue Energie-Systeme, InES) den afrikanischen Gästen durch Fachvorträge und Laborbesichtigungen einen Einblick in den Stand der Lehre und Forschung an der THI. Auch Besuche wie im Ingolstädter Rathaus, im Bildungszentrum Ingolstadt der Handwerkskammer für München und Oberbayern und bei Betreibern und Firmen im Bereich Erneuerbare Energien in der Region standen auf dem Programm.

Projektleiter Prof. Dr. Wilfried Zörner zeigt sich nach der intensiven Projektwoche mit den afrikanischen Partnern in Ingolstadt zufrieden: „Unser internationales Projektteam ist seit dem Startschuss am 1. März 2014 spürbar zusammengewachsen und arbeitet weiterhin motiviert an der Umsetzung des ambitionierten Projekts. Unser Ziel ist es dabei, für jedes Land gezielt nach passgenauen Lösungen zu suchen, die für die Bevölkerung geeignet sind.“

Foto 1: Vom 14. bis 18. Oktober 2014 fand an der Technischen Hochschule Ingolstadt ein Treffen des NEED-Projektteams statt. Im Bild zu sehen sind (v.l.): Dr. Ackim Zulu (University of Zambia), Victoria Shipanga (Polytechnic of Namibia), Andrew Zulu (Polytechnic of Namibia), Prof. Dr. James Katende (Botswana International University of Science and Technology), Prof. Dr. Mundia Muya (University of Zambia), Projektleiter Prof. Dr. Wilfried Zörner (Technische Hochschule Ingolstadt), Prof. Dr. Tunde Oladiran (Botswana International University of Science and Technology), Marie Hüneke (Technische Hochschule Ingolstadt), Prof. Dr. Joseph M. Mbaiwa (Okawango Research Institute), Dr. Paul Chisale (Polytechnic of Namibia) und Sabine Kapfhamer (Technische Hochschule Ingolstadt). Foto: Technische Hochschule Ingolstadt

Foto 2: Bei einer Campusführung an der Technischen Hochschule Ingolstadt gewannen die afrikanischen Gäste auch interessante Einblicke in verschiedene Labore. Foto: Technische Hochschule Ingolstadt