SAFIR IP2 TP3 – Realitätsnahe Fußgänger-Attrappen

Ungefähr die Hälfte der Verkehrstoten weltweit sind ungeschützte Verkehrsteilnehmer (englisch: Vulnerable Road Users, VRU) wie Fußgänger oder Radfahrer. VRUs sind im Straßenverkehr bei einer Kollision immer der schwächere Kollisionspartner. Die Erkennung von VRUs mittels Sensortechnologie ist daher wichtig, um den Fahrer optimal zu unterstützen und somit die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Insbesondere hinsichtlich des automatisierten Fahrens ist eine robuste Erkennung in jeder Verkehrssituation unabdingbar. Innerhalb der Entwicklung von Systemen, die Fußgänger und Fahrradfahrer erkennen, sind eine Vielzahl von unterschiedlichen Tests notwendig, bis ein System als Ganzes erprobt werden kann. Die unendlich große Anzahl an Unfallszenarien mit hohem Verletzungsrisiko oder tödlichem Ausgang muss auf wenige, aber entscheidende Versuchsanordnungen reduziert werden. Dafür sollen Attrappen zum Einsatz kommen, die einen Fußgänger möglichst realitätsgetreu abbilden.

Die Entwicklung einer solchen Attrappe ist der Inhalt des Teilprojektes III „Realitätsnahe Fußgänger-Attrappen“. In einem vorangegangenen Förderprojekt wurde in CARISSMA zusammen mit der Firma Messring an Fußgänger-Attrappen geforscht. Aktueller Forschungsgegenstand ist die Überführung von bereits gewonnen Erkenntnissen auf eine neue Generation von Fußgänger-Attrappen, welche Kinder und Jugendliche repräsentieren. Die Herausforderung besteht in der naturgetreuen Nachbildung der Bewegungsabläufe von Kindern, die Miniaturisierung der Baugruppen und des tragenden Skelets bei gleichbleibender Steifigkeiten. Darüber hinaus ist es für die neue Attrappen-Generation das Ziel, das bestehende System hinsichtlich Testverfahren zu optimieren. Dies betrifft insbesondere die Sensortauglichkeit, aber auch die Robustheit der Attrappe.

Das Ergebnis wird eine nahezu realitätsgetreue Attrappe sein, die mittels künstlicher Muskeln menschenähnliche Bewegungen nachahmt und somit eine Vielzahl von Umfeld-Sensorsystemen anspricht. Eine erste prototypische Realisierung wurde auf der HANNOVER MESSE 2018 vorgeführt.

CAD-Modell des Prototyps
CAD-Modell des Prototyps
Dummy-Prototyp
Dummy-Prototyp

Forschungspartnerschaft

Safety for all – Innovative Research Partnership on Global Vehicle and Road Safety Systems 

Fördermittelgeber

Förderkennzeichen: 13FH7I02IA