Ringvorlesung zur Elektromobilität

Die Technische Hochschule Ingolstadt verfügt über ein breites Tätigkeitsspektrum im Bereich der Elektromobilität. Studieninteressierte können sich in grundständigen Bachelor- und Master-Studiengängen auf eine Tätigkeit in diesem spannenden Zukunftsfeld vorbereiten. Mehrere berufsbegleitende Studienangebote sowie maßgeschneiderte Weiterbildungsmöglichkeiten für Unternehmen runden das Angebot ab. 

Dank vielfältiger Forschungsaktivitäten unter aktiver Einbindung von KMU, Zulieferern und Herstellern versteht sich die THI darüber hinaus als Innovationsmotor für die Region. Die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft erlaubt den Austausch von Informationen und fördert die Entwicklung innovativer Mobilitätskonzepte.

In Ergänzung zum jährlich stattfindenden „Tag der Elektromobilität“ bietet die THI in jedem Wintersemester eine „Ringvorlesung zur Elektromobilität“ an. In jeweils 45-minütigen Vorträgen beleuchten Referenten aus der wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Praxis aktuelle Themen rund um die Elektromobilität und stehen anschließend für eine Diskussion mit dem Publikum zur Verfügung.

Im Wintersemester 2017/18 standen hierbei folgende Themen auf dem Programm:

Programm der Veranstaltungen im Wintersemester 2017/18

Um 18:15 Uhr in Raum E003

Referent: Hr. Sascha Staudenmaier – AUDI AG

In dem Vortrag wird Herr Staudenmaier folgende Themen beleuchten:

  • Auswahl elektrochemischer Speicherzellen
  • Konstruktion und Montage von Zellmodulen sowie (Hochvolt-)Speichersystemen
  • Fertigung, Inbetriebnahme und Prüfung von Hochvolt-Fahrzeugen
  • Fahren und Laden von Hochvolt-Fahrzeugen
  • Reparatur, Instandsetzung, Wartung und Service von Hochvolt-Fahrzeugen
  • Gefahrenabwehr und Besonderheiten bei verunfallten Hochvolt-Fahrzeugen

Um 18:15 Uhr in Raum G117

Referent: Hr. Bastian Heidler – AUDI AG

Durch die Einführung des elektrischen Antriebs als Traktionsantrieb im Fahrzeug entstehen neue Herausforderungen im Fahrzeug, zum Beispiel in der elektromagnetischen Verträglichkeit. In diesem Vortrag wird gezeigt, wie diese Herausforderungen über eine geeignete Gestaltung der elektrischen Maschine gelöst werden können. Dabei wird dieses Thema zunächst über Simulation bearbeitet und anschließend am Prüfstand validiert.

Um 18:15 Uhr in Raum G117

Referenten: Hr. Peter Meissner – ELOGplan GmbH, Hr. Enrique Machuca – THI
Sowohl die Produktionszahlen von Energiespeichern in Fahrzeugen als auch Speichertechnologien entwickeln sich rasant. Doch wie sieht die spätere Entsorgung der Batterien aus? Das ist nicht nur eine Frage der Recyclingtechnologien, sondern vor allem eine Frage des sicheren Transportes, der sicheren Lagerung, der professionellen Bewertung, ob Batterien für Second-Use Anwendungen nutzbar sind, aber vor allem auch die Frage, wer ist für das Recycling überhaupt verantwortlich? Der Automobilhersteller? Der Batterieproduzent? Der Vermieter des Fahrzeuges oder der Batterie? Der Endverbraucher? Der Vortrag gibt einen Überblick über diese spannenden und neuen Themen, die viele Ansätze für die praxisnahe Forschung und nachhaltige Geschäftsmodelle bieten.

 Um 18:15 Uhr in Raum E003

Referent: Hr. Max Lindenmann – ehem. AXA-Winterthur Versicherung

Der Vortrag behandelt auf unterhaltsame Art und Weise die Entwicklung der Verkehrsunfall-Untersuchung anhand der Tätigkeiten eines VU-Analytikers. Es werden verschiedene Untersuchungsmethoden seit 1920 vorgestellt, sowie aktuelle Herausforderungen bei Unfällen im Hinblick auf die zunehmende Elektrifizierung betrachtet.

Um 18:15 Uhr in Raum G011

Referent: Hr. Lucas Kostetzer – CADFEM GmbH Im Anschluss an den Vortrag informiert das Institut für Akademische Weiterbildung  über berufsbegleitende Qualifizierungsprogramme an der THI. 


Die Automobilindustrie und die Simulation sind seit Jahrzenten eng verbunden, kein Fahrzeug wird ohne virtuelle Festigkeits- und Strömungstests entwickelt. Die Elektromobilität stellt neue Herausforderungen an Ingenieure: Antrieb, Batterie und Ladung unterscheiden elektrisch angetriebene Fahrzeuge fundamental von klassischen Konzepten. Im Vortrag wird das Potenzial von Simulation vorgestellt. Themen u.a.: Auslegung elektrischer Maschinen, Systemsimulation, Thermisches Management, Batteriesimulation, Induktive Ladung und Vibration.

Um 18:15 Uhr in Raum E003

Referent: Hr. Dr.-Ing. Jürgen Kölch - EVA Fahrzeugtechnik GmbH

Die Umweltvorteile von Elektrofahrzeugen stehen immer wieder in der Kritik. Hauptfokus ist dabei der Material- und Energie-Einsatz bei der Batterieherstellung. Eine spätere Nutzung gebrauchter E-Fahrzeugbatterien in stationären Anwendungen verbessert die Umweltbilanz deutlich. Es werden bereits realisierte Anlagen von EVA Fahrzeugtechnik in unterschiedlichen Größenordnungen vorgestellt, die von einzelnen Batterie-Modulen, kompletten Fahrzeug-Speichern bis hin zu Gesamtanlagen im Megawatt-Bereich reichen.

Um 18:15 Uhr in Raum E003

Referent: Hr. Klaus Böhm – DEKRA / THI

Ein wesentlicher Sinn und Zweck der immer stärkeren Verbreitung von Assistenzsystemen ist, der Vision Zero (Null Verkehrstote) näher zu kommen. Dieses Ziel ist, wenn überhaupt, dadurch erreichbar, dass menschliches Versagen als hauptsächliche Unfallursache durch weiterentwickelte Assistenzsysteme bzw. durch automatisiertes Fahren weitgehend eliminiert wird. Eine breite Akzeptanz dieser Systeme in der Bevölkerung kann es aber nur geben, wenn die wenigen Unfälle, die trotz oder gerade wegen der Systeme geschehen, vollständig durch unabhängige Untersuchungen aufgeklärt werden können.

Aufgrund der Komplexität der Systeme ist ein erweiterter Unfalldatenrekorder (EventDataRecorder- EDR), der teilweise über die Anforderungen einer Blackbox in der Luftfahrt hinausgeht, aus unfallanalytischer Sicht zwingend notwendig. 

Der Vortrag erklärt diese Notwendigkeit anhand der beispielhaften Analyse von Realunfällen und stellt das zugehörige Forschungsprojekt SEANCe an der THI vor.

Um 18:15 Uhr in Raum E003

Referent: Hr. Dr. Andreas Braun – AVL Deutschland GmbH

Bei der Entwicklung einer HV Traktionsbatterie gilt es neben Anforderungen an Gewicht, Bauraum, Kosten und Lebensdauer vor allem einen Aspekt zu gewährleisten: die Sicherheit. Dies bezieht sich sowohl auf das Vermeiden von elektrischen Kurzschlüssen im Hochvoltsystem, als auch darauf, die Zellchemie vor Hitze, Eindringung von Fremdkörpern oder starker mechanischer Belastung zu schützen. Insbesondere nach starken Deformationen wie durch einen Unfall soll die Sicherheit gewährleistet werden können. Hierbei können Simulationsmethoden bereits früh in der Entwicklung Aufschluss über konzeptentscheidende Eigenschaften bringen.

Neben der Vorhersage von elektrischen Kurzschlüssen durch Modellierung des HV Systems und der Vorhersage von möglichen Leckagen im Kühlsystem, gilt der Li-Ionen Zelle das Hauptaugenmerk der Simulation. Es gilt, den inneren Aufbau von Li-Ionen Zellen im Detail zu verstehen, mögliche Gefahrenquellen zu erkennen und zu vermeiden und dieses Wissen in einer optimierten Batteriegehäuse-Konstruktion umzusetzen.

Die Simulationsmethodik erstreckt sich über vier Hauptbereiche: Mechanische Stabilität, Thermalverhalten, detaillierte Zellsimulation und Crashverhalten. Um die Aussagefähigkeit von Simulationen zu erhöhen, hat AVL in mehreren Forschungsprojekten Wissen aufgebaut. Auf Basis dessen wurde eine Simulationsmethodik entwickelt, die sowohl Zuverlässigkeit und Dauerfestigkeit als auch Sicherheit auf allen Ebenen von Zelle, über Modul bis zum Pack adressiert. Dabei spielt die Integration des mechanischen Zellverhaltens in die Festigkeits- und Crash-Simulationen der Gesamtbatterie eine entscheidende Rolle. Nur durch diese detaillierte Analyse der Schadensmechanismen lassen sich eine ausreichend hohe Modellgüte und letztlich ein optimiertes Packaging erreichen.

Anmeldung Um rechtzeitig Informationen zur nächsten „Ringvorlesung zur Elektromobilität“ im WS 2018/19 zu erhalten, können Sie sich über folgendes Online-Formular anmelden:

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Kontakt

Forschungsprofessor Batteriesysteme
Prof. Dr. Hans-Georg Schweiger
Tel. : +49 841 9348-4500
Raum : H026
E-Mail :
Wiss. Mitarbeiterin Sichere Elektromobilität / Projektkoordination SENSE BAY
Dr. Katja Brade
Tel. : +49 841 9348-3345
Raum : H025
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