Spitzenforschung für den Mittelstand: Startschuss für BMBF-Verbundforschungsprojekt im Bereich Fahrzeugsicherheit an der Hochschule Ingolstadt

26.03.2013

Die Hochschule Ingolstadt startete am 19. Februar das Verbundforschungsprojekt HiPe-FiS („High-Performance Funktionen und effiziente Testmethoden zur Steigerung der integralen Sicherheit“) zusammen mit Kooperationspartnern aus Industrie und Mittelstand. Gemeinsam mit den Verbundpartnern IPG Automotive GmbH, Ibeo Automotive Systems GmbH sowie dem Automobilzulieferer Continental erforscht die Hochschule Ingolstadt in den kommenden drei Jahren High-Performance-Funktionen und effi­ziente Testmethoden zur Erweiterung der integralen Fahrzeugsicherheit.

HiPe-FiS erweitert die standardisierten Crash- und Fahrsicherheitstests um neue Erkenntnisse aus dem realen Un­fallge­schehen. Den grundlegenden Forschungsgegen­stand bildet dabei die Vernetzung von Umfeld-, Crash- und Inertialsensoren zur genaueren Erkennung der potentiellen Unfallsituation und gegebenenfalls deren Verlauf. Das Ziel von HiPe-FiS sind sogenannte „Real-World-Safety-Systeme“, die sicherheitskritische Fahrsituationen als Ganzes erkennen. Die koordinierte Ansteuerung der Chassis- und Sicherheitsaktorik vor, während und nach einem Unfall wird die Fahrzeugsicherheit weiter verbessern.

Dabei profitiert das Projekt von der langjährigen Expertise der beiden mittelständischen Unternehmen Ibeo und IPG im Bereich der scannenden Lasermesstechnik beziehungsweise der Fahrdynamik- und Umfeldsimulation. Die Ergebnisse von HiPe-FiS sollen dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der beiden KMU im Markt zu steigern. Auf Seiten von Continental erweitern die neuen Real-World-Safety-Funktionen den integralen Sicherheitsansatz ContiGuard. ContiGuard integriert aktive und passive Sicherheitssysteme, die durch Umfeldinformationen und Signalvernetzung effektiver zusammenwirken. Unfälle werden vermieden, Unfallfolgen und Verletzungsrisiken verringert.

Die Sicherstellung der System- und Funktionszuverlässigkeit stellt einen weiteren Schwerpunkt des Forschungsprojekts dar. „Für die Hochschule Ingolstadt bildet HiPe-FiS einen wichtigen Baustein in der Forschungs­programmatik des Forschungs- und Testzentrums CARISSMA und einen großen Schritt in Richtung globales Sicherheitssystem“, sagt Professor Dr. Thomas Brandmeier, hochschulseitiger Projektleiter und wissenschaftlicher Leiter von CARISSMA.  

Das auf drei Jahre angelegte Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Fachprogramms „KMU-innovativ: Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)" in Höhe von rund 1,5 Mio. Euro bei einem Gesamtprojektvolu­men von 2,3 Mio. Euro gefördert. Ziel der BMBF-Förderung ist es, die gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Schäden infolge von Unfällen zu vermindern.

Mit dieser Förderlinie hat sich das BMBF zum Ziel gesetzt, die führende Rolle des Mittelstands in der Spitzenforschung zu stärken und gerade für kleine und mittelständische Unternehmen die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen zu vereinfachen.