Akustisches Radar erkennt herannahende Einsatzfahrzeuge und warnt Autofahrer

19.04.2010

Siegeridee des Wettbewerbs „Sicherheit für alle“ setzt sich auch beim bayerischen Landesfinale von „Jugend forscht“ durch. Schüler des Gymnasiums Fränkische Schweiz nun im Bundesfinale.

Vier Schüler des Gymnasiums Fränkische Schweiz in Ebermannstadt treten beim Bundesfinale des Wissenschaftswettbewerbs „Jugend forscht“ mit ihrem selbstentwickelten System zur Erkennung herannahender Einsatzfahrzeuge von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdiensten an. Thomas Körber, Sebastian Och, Patrick Stief und Julian Vogel folgten heute der Einladung des bayerischen Ministerpräsidenten zu einem Empfang der Landessieger.

Sie hatten mit dieser Idee bereits den vom internationalen Automobilzulieferer Continental,  den Hochschulen Ingolstadt und Regensburg sowie ADAC unterstützten Wettbewerb „Sicherheit für alle“ gewonnen und setzten sich nun auch beim bayerischen Landesfinale von „Jugend forscht“ als Siegerteam durch. Dr. Andreas Brand, Leiter des Geschäftsbereiches Passive Safety & ADAS bei Continental, lobte die Arbeit der drei Schüler, die von ihrem Lehrer Dr. Michael Bail unterstützt wurden, „als einen klugen Beitrag, bei dem mit vergleichsweise geringem technischen Aufwand kritische Verkehrssituationen entschärft, Unfälle vermieden und Menschenleben gerettet werden können. Diese Idee ist für Continental interessant, eine Umsetzbarkeit werden wir prüfen“.

Vier kleine Richtmikrofone und digitale Signalverarbeitung
Um gefährliche Begegnungen zwischen Einsatzfahrzeugen und Autofahrern zu vermeiden – viele Zusammenstöße passieren, weil Autofahrer die Musik im Auto zu laut eingestellt haben oder abgelenkt sind und damit das Martinshorn nicht rechtzeitig genug wahrnehmen –, tüftelten die Schüler ein akustisches Radar aus. Es besteht aus vier empfindlichen Mikrofonen, die am besten im Bereich der Scheinwerfer und Rücklichter angebracht werden und so in alle vier Richtungen die Umwelt belauschen. Die aufgezeichneten Tonsignale werden in einem Datenerfassungs- und Auswertungssystem analysiert und die typischen Frequenzen der Sondersignale ausgefiltert. Erkennt das System ein herannahendes Einsatzfahrzeug, erhält der Fahrer eine Warnung. Dies kann in Form eines Texthinweises im Display passieren, etwa „Achtung, Einsatzfahrzeug von links“, oder auch durch ein Piktogramm in Form eines Blaulichts und eines begleitenden Warntons. In ihrem endgültigen Modell, das bei „Jugend forscht“ präsentiert wurde, griffen die drei Jugendlichen eine Idee aus dem Wettbewerb „Sicherheit für alle“ auf: nicht nur das Herannahen an sich, sondern auch die exakte Richtung anzeigen zu können. Dies ist möglich durch die symmetrische Anordnung der Mikrofone und eine entsprechende Auswertung der Signalamplituden in der von den Schülern geschriebenen Auswertungssoftware.

Prof. Dr.-Ing. Thomas Brandmeier von der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik der Hochschule für angewandte Wissenschaften FH Ingolstadt, der die Schülergruppe fachlich unterstützte, lobte das Engagement der Gymnasiasten aus dem oberfränkischen Ebermannstadt: „Sie haben ihre Idee konsequent und zielstrebig umgesetzt und an einem voll funktionsfähigen Modell ihre Praxistauglichkeit demonstriert.“