Deutsch-brasilianisches Netzwerk AWARE gestartet

22.04.2013

Brasilianische Uni-Delegation an der Hochschule Ingolstadt/ Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD) unterstützt Wissenschaftskooperation

Eine Delegation der brasilianischen Universität Paraná war am heutigen Montag zu Gast an der Hochschule Ingolstadt. Die fünf Gäste aus Brasilien, an der Spitze der Rektor der Universität Paraná, Prof. Dr. Zaki Akel Sobrinho (im Foto links), erwartete in Ingolstadt vor allem ein reger internationaler Austausch. Nach Laborbesuchen an der Hochschule Ingolstadt, einem bayerischen Mittagessen mit Stadtbesichtigung und einem Brauereibesuch beim Forschungspartner Herrnbräu standen vor allem wissenschaftliche  Gespräche und die Diskussion möglicher Forschungskooperationen im Fokus.

Im Rahmen des deutsch-brasilianischen Wissenschaftsprojekts Applied Network on Automotive Research and Education (AWARE) erhielt Ingolstadt als eine von zwei geförderten Hochschulen für angewandte Wissenschaften bundesweit den Zuschlag. Insgesamt hatten sich 117 Universitäten und Hochschulen beworben. Gemeinsam mit zwei brasilianischen Bundesuniversitäten soll die Hochschule Ingolstadt binationale Studiengänge und Forschungsprojekte im Bereich Automotive auf den Weg bringen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Verkehrssicherheit sowie auf zukunftsgerichteten Antriebskonzepten wie biogene Kraftstoffe und Elektromobilität. Der DAAD unterstützt das Gesamtprojekt mit über 730.000 Euro.

Prof. Dr. Hans-Georg Schweiger, der die wissenschaftliche Leitung von AWARE an der Hochschule Ingolstadt verantwortet, sieht in diesem Konzept einen zukunftsträchtigen Weg: „Der Zuschlag für AWARE ist als hohe Auszeichnung derjenigen Wissenschaftler unserer Hochschule zu verstehen, die mit viel Engagement und Kompetenz erst den Weg zu den führenden brasilianischen Forschungsuniversitäten geebnet haben.“

Georg Overbeck, der als kaufmännischer Leiter des hochschulinternen Instituts für Angewandte Forschung die Kontakte nach Brasilien initiiert und begleitet hat, resümiert: „Neben den konkreten Inhalten von AWARE haben wir sicherlich auch mit der gesellschaftlichen Verankerung unseres Konzeptes überzeugen können, das für Lehre, Forschung und Technologietransfer steht.“

Die Palette der im Rahmen von AWARE geplanten Maßnahmen ist vielfältig: Gegenseitige Studien- und Forschungsaufenthalte, Summer Schools und Gastdozenturen sollen zu gemeinsamen Forschungsanträgen oder Studienprogrammen führen. „Die unterschiedlichen Ressourcen, Fähigkeiten, Kontakte und Kompetenzen der beteiligten Hochschulpartner werden eingebracht. So fördert das Projekt das hohe Ausbildungsniveau unserer Studierenden“, freut sich Professor Rodrigo Vieira, AWARE-Projektverantwortlicher an der brasilianischen Universidade Federal de Santa Catarina. Auch an der Universidade Federal do Paraná sieht AWARE-Professor Alessandro Zimmer das Projekt als entscheidenden Schritt hin zu einer kontinuierlichen Zusammenarbeit: „Wir gehen davon aus, dass sich der Austausch auf Dauer selbst tragen und künftig über viele Jahre hinweg gemeinsame Aktivitäten ermöglichen wird“. 

Die aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Partnerschaft zwischen den drei Institutionen ist in ein Netzwerk weiterer Universitäten, Forschungseinrichtungen sowie Ministerien eingebunden. Auf deutscher Seite sind das die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, das Institut für Automation und Kommunikation Magdeburg sowie das Bundesverkehrsministerium. Dazu spiegelbildlich auf brasilianischer Seite: die im Großraum São Paulo beheimatete Universität UNICAMP und in Curitiba das Forschungsinstitut LACTEC sowie das Verkehrsministerium des dortigen Bundesstaates Paraná. Die deutsch-brasilianische Auslandshandelskammer São Paulo und die Bayerische Repräsentanz in Brasilien bilden eine Brücke zwischen beiden Staaten und zur brasilianischen Automobilindustrie.